Aachen - Kastell von Lucera: Einmaliges Kunstwerk misst 1,40 Meter

Kastell von Lucera: Einmaliges Kunstwerk misst 1,40 Meter

Von: Thomas Kreft
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Haben das Modell des Kastell Lucera nachgebaut: Michael (links) und Bernhard Siepen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Nach einem Exkurs in die Sakralarchitektur Jerusalems widmet sich die Gesellschaft für Internationale Burgenkunde (GIB) wieder einem Festungsbauwerk: das Kastell Lucera in Apulien. Bis Ende Januar ist der italienische Donjon im gewohnten Maßstab 1:25 in der GIB-Zentrale zu besichtigen.

Der Stauferkaiser Friedrich II. ließ die Stadt Lucera zu einer der größten Festungen des Reiches ausbauen und siedelte dort von 1224 bis 1246 bis zu 60.000 Sarazenen aus Sizilien an. Die Initiatoren Bernhard und Michael Siepen betrachten das Modell deshalb als Fortsetzung des interkulturellen Dialogs. Der Donjon von Lucera wurde 1233 fertiggestellt und gilt als Vorläufer für das ebenfalls von Friedrich II. in Apulien errichtete Castel del Monte. Dieses Bauwerk hat die GIB als festes Modell gebaut.

Das von der GIB erstellte Modell von Lucera ist wie der Londoner Tower und der Felsendom ein sogenanntes Inspirationsmodell, das aus losen Steinen vorübergehend aufgebaut ist. Es zeigt zwei Bauepochen gleichzeitig: den dreigeschossigen quadratischen, ab dem zweiten Geschoss sich achteckig ändernden, mit Innenhof versehenen Palastbau Friedrichs und das ihn umgebende, zur reinen Verteidigung dienende massive, aus Ziegeln bestehende Böschungsmauerwerk, das von vielen regelmäßigen Schießscharten durchsetzt ist. Einige Forscher wie der Kunsthistoriker und Fernsehredakteur Dr. Alexander Knaak sind der Auffassung, dass sowohl der Innenhof des Donjons von Lucera als auch der des Castel del Monte mit achteckigen Kuppeln überwölbt waren.

Seit gut einem Monat planen und bauen die Initiatoren an diesem einmaligen Kunstwerk, das noch nie als Modell in dieser Art vorgeführt wurde. Das Modell hat eine Grundfläche von vier Quadratmetern und eine Höhe von 1,40 Metern. Es besteht aus über 15.000 losen Buchenholzbauteile. Damit zeigen die Initiatoren ihre Vorstellung von Museumspädagogik für ein künftiges Museum zur Unterbringung aller derzeit eingelagerten Modelle.

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