Aachen - Karlsverein im Aufwind

Karlsverein im Aufwind

Von: Thomas Kreft
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Vom Dom aus zogen die Karlssch
Vom Dom aus zogen die Karlsschützen gestern zum Rathaus, wo sie ihre Generalversammlung abhielten. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Würde man den Aachener Karls- und Dombauverein durch ein Wort charakterisieren, so lautete dieses Wort „steigen”. Allein 600 Mitglieder stiegen im vorigen Jahr auf das Gerüst, um sich die Mosaikenbaustelle anzuschauen.

Bei der Betrachtung der Zahlen richtete der Vorsitzende, Dr. Jochen Bräutigam, den Blick bei der Generalversammlung allerdings mehr auf die imaginäre Treppe nach oben. 247 Bürger traten dem Verein bei, dem nun 2369 angehören. Die Vermeldung steigender Mitgliederzahlen gehört inzwischen zur Tradition. Und in der Kasse kamen entsprechend mehr Beiträge an.

Das Geld floss in die Arbeiten am Dom, 2011 war das die Sanierung der Mosaiken und Marmordekorationen. Dombaumeister Helmut Maintz erläuterte die Schwierigkeiten, die bei der Restaurierung auftraten: Sogar Kriegsschäden fand man noch in der Laibung eines Tamburfensters.

Am Südwestfenster stellte man zudem fest, dass der aus dieser Richtung vorherrschende Wind Regenwasser durch die Löcher drückte, das eigentlich Schwitzwasser nach draußen befördern sollte.

In der Kuppel kam mancher Pfusch zu Tage. Der Kalkputz unter den Mosaiken ist außergewöhnlich weich, weil er nie richtig hat aushärten können. Um dem Putz überhaupt Halt zu geben, wurden damals flächenhaft Rillen in die Kuppel gemeißelt, historische Malereien wurden dabei restlos vernichtet.

Kleinere Hohlräume hat man jetzt mit Spritzen ausgemörtelt, bei größeren Flächen musste man ganze Stücke abnehmen. Das ganze Kuppelmosaik wurde neu verfugt und die Fugen mit Wasserfarbe abgetönt.

Im Altarjoch haben die Experten zwei der fünf Eisenringe untersucht, die aus der Wand herausragen. Die Eisen sind in karolingischem Mörtel verankert und stammen somit ebenfalls aus der Karolingerzeit. Einige Stellen an der Heinrichskanzel müssen noch beigearbeitet werden, dann ist die Innensanierung abgeschlossen.

Danach ist die Nikolauskapelle an der Reihe, wo der Dachstuhl gefährdet ist. Und das Bleidach des Oktogonumgangs muss dringend erneuert werden. Die Platten werden immer dünner, Jahr für Jahr werden rund 300 Löcher zugelötet.

Die neue Ausgabe der Schriftenreihe des Karlsvereins widmet sich der Innensanierung des karolingischen Zentralbaus. Seit dem Wochenende ist die neue Internetpräsentation des Karlsvereins scharfgeschaltet.
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