Karlspreis: Viel Prominenz ebnet starker Frau den Weg

Von: Matthias Hinrichs
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Warmer Empfang für eine leidenschaftliche Europäerin: Mit einem reichhaltigen Rahmenprogramm ebnet die Stadt der litauischen Präsidentin Dalia Grybauskaite den Weg in die Kaiserstadt. Foto: Virginia Mayo/AP/dapd
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Europa von seiner schönsten Seite: Außergewöhnliche Genüsse für Auge und Ohr präsentieren zahlreiche Künstler im Rahmenprogramm zur Karlspreisverleihung. Am Himmelfahrtstag gastieren unter anderem das litauische Volksmusik-Ensemble „Ave Vita“ auf dem Katschhof. Foto: Stadt Aachen
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Außerdem ist Akkordeonist Didier Laloy mit seiner Band „S-Tres“ auf dem Katschhof zu sehen. Foto: Stadt Aachen

Aachen. Das vereinte Europa stolpert von einer Krise in die nächste. Seine wichtigste Auszeichnung mitnichten. Bevor die litauische Staatspräsidentin Dr. Dalia Grybauskaite am 9. Mai mit dem Karlspreis ausgezeichnet wird, geben sich einmal mehr zahlreiche prominente Politiker und Experten ein Stelldichein im Dreiländereck.

Mit spannenden Diskussionen, erhellenden Vorträgen und natürlich einem vielfältigen kulturellen Angebot startet jetzt das umfangreiche Rahmenprogramm im Vorfeld des großen Festakts am Himmelfahrtstag. Oberbürgermeister Marcel Philipp und Dr. Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreis-Direktoriums, hatten am Montag bei der Vorstellung im Rathaus reichlich Anlass, die nächste stolze Stafette in der traditionellen Reihe mit über 40 Veranstaltungen mit einigem Vorschusslorbeer zu bedenken, bevor der Politikerin aus dem Baltikum die verbalen Kränze im Krönungssaal geflochten werden.

Denn gerade die hierzulande eher wenig beachteten Staaten an der Ostsee zeigten heute, wie das Interesse der viel zitierten „bürgerlichen Basis“ an einer gedeihlichen Fortentwicklung der Staatengemeinschaft besser in den Blickpunkt gerückt werden könne, unterstrich Linden. „Wir wollen damit ein Zeichen der Ermutigung aussenden“, sagte er.

Ausblicke und Rückblicke

Kein Ausblick ohne profunde Rückblicke – auch dies ist freilich ein wichtiger Aspekt der Präsentationen. So wird es bereits am Donnerstag, 11. April, zu einer Art Gipfeltreffen altgedienter Staatsmänner kommen. Um 18.30 Uhr diskutieren Professor Dr. Vytautas Landsbergis, seines Zeichens erster Präsident der Republik Litauen nach dem Zusammenbruch des „Ostblocks“, und Hans-Dietrich Genscher, langjähriger Bundesaußenminister und „Mann der ersten Stunde“ in Sachen Wiedervereinigung, im FH-Neubau, Eupener Straße 70, über historische Parallelen der neu gewonnenen Freiheit(en) beider Staaten. Am 15. April spricht der ehemalige NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers in der Musikhochschule am Theaterplatz über „Konrad Adenauer und die Europäische Integration“ (18.30 Uhr).

Erstmals sprengt das Programm in diesem Jahr übrigens auch die geografischen Grenzen der Kaiserstadt – hochkarätige Beiträge sind unter anderem in Übach-Palenberg, Geilenkirchen, Herzogenrath und Eupen geplant. So diskutiert Dr. Günther Nonnenmacher, seines Zeichens Herausgeber der renommierten Frankfurter Allgemeinen, am 18. April im St.-Ursula-Gymnasium in Geilenkirchen mit Schülerinnen über die Frage „Wie könnte die EU von morgen aussehen?“ Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement stellt sich derweil am 22. April in der Zentrale der Aachener Bank (18.30 Uhr, Eingang Wirichsbongardstraße) einem Thema, das nicht nur die Experten in höchstem Maße umtreibt: „Wie kann Europa neue Wirtschaftsdynamik entfalten?“

Antworten will bereits am 19. April das von den Aachener Rotary-Clubs initiierte „Fachforum Politik“, geben. Ab 18 Uhr diskutieren im Krönungssaal unter anderem Michael Breuer, Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands, René van der Linden, Ehrenpräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff, NRW-Ministerin Dr. Angelica Schwall-Düren und Professor Dr. Hans-Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des EU-Parlaments.

Der Eintritt für alle genannten Veranstaltungen ist frei. Was natürlich auch für das Gros der kreativ-kulturellen Beiträge gilt. Um in den Genuss einer Preview zur aufwendigen Film-Hommage „Karl der Große“ am 16. April ab 10 Uhr im Eden-Palast an der Franzstraße zu kommen, müssen Interessierte allerdings überschaubare 2,50 Euro berappen. Der spannende Mix aus Spielfilm und Dokumentation wird im Mai unter anderem in der ARD gezeigt.

Ein filmisches Meisterwerk über eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte wird am 26. April um 20.15 Uhr ebenfalls im Eden aufgeführt: Regisseur und Oscar-Preisträger Andrzej Wajda persönlich wird im Anschluss im Gespräch mit unserem Filmkritiker Günter Jekubzik über seine dramatische Dokumentation „Das Massaker von Katyn“ und deren schier unvorstellbare reale Hintergründe berichten. Am Tag darauf wird Wajda bei der „Polonicus Gala“ im Krönungssaal mit dem Polonicus-Preis, gestiftet vom Polnischen Kongress in Deutschland, geehrt.

Selbstverständlich werden zudem eine Menge Angebote gemacht, die bestens geeignet sind, die Herzen der Aachener und ihrer Gäste im schönsten Sinn höher schlagen zu lassen. Zahlreiche Musiker, Dichter, Sänger erweisen Dalia Grybauskaite und ihren Aachener Gastgebern bis zur Preisverleihung die Ehre.

Am Vorabend des Himmelfahrtstages startet ein prickelnder Bühnenreigen, der unter dem Motto „Karlspreis Live“ bis in den späten Abend des 9. Mai zu erleben ist. Neben regionalen Stars wie „Carmina Mundi“, dem Aachener Brass-Club oder Sängerin Lizusha präsentieren sich Grybauskaites Landsleute einmal mehr von ihrer heiter-beschwingten Seite. „Ave Vita“, der Chor der Edukologischen Universität, kredenzt mit traditionellen Liedern und Instrumenten nicht zuletzt eine fulminante Kollektion der schönsten Volkstrachten Litauens. Sie alle werden die allgegenwärtige Krise garantiert zumindest für ein Weilchen vergessen machen...

www.aachen.de/karlspreis

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