Karlspreis geht 2017 an den britischen Historiker Timothy Garton Ash

Von: Stefan Herrmann
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Timothy Garton Ash
Timothy Garton Ash erhält den Karlspreis 2017. Foto: dpa
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Direktoriumsvorsitzenden Dr. Jürgen Linden, Oberbürgermeister Marcel Philipp, die Protokollchefin der Stadt Aachen, Claudia Wellen, und der Geschäftsführer der Karlspreisstiftung, Bernd Vincken (von links) präsentierten am Sonntag den neuen Karlpreisträger. Foto: Stadt Aachen/Bernd Büttgens

Aachen. Der britische Historiker und Publizist Professor Timothy Garton Ash erhält den Karlspreis 2017. Das verkündete das Karlspreisdirektorium um seinen Vorsitzenden Dr. Jürgen Linden am Sonntagmittag im Aachener Rathaus.

Garton Ash sei ein überzeugender und bedeutender englischer Europäer und europäischer Engländer, der das Vereinigte Königreich zur Wertegemeinschaft zähle und wertvolle Beiträge zum Selbstverständnis Europas leiste, heißt es in der Begründung.

Damit setzt das Karlspreisdirektorium ein Zeichen in Zeiten von zunehmenden nationalistischen Strömungen in vielen Ländern Europas und auf der Welt. Ein halbes Jahr nach dem Brexit, gegen den Garton Ash stets vehement und leidenschaftlich argumentierte und den er als „die größte Niederlage seines politischen Lebens“ bezeichnete, betonten Linden und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, wie wie wichtig Menschen wie der britische Historiker seien, die den „europäischen Einigungsprozess nicht nach kurzfristigen oder tagespolitischen Ereignissen“ bewerten würden.

„Garton Ash bietet den Populisten und Vereinfachern unserer Zeit die Stirn und entwickelt Ideen, wie wir uns in der globalisierten Welt verhalten sollten“, sagten Linden und Philipp zwei Tage nachdem mit Donald Trump ein Akteur zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden war, der für viele besorgte Menschen auf der Welt als Inbegriff des populistischen Politikers gilt.

Der 61-jährige Timothy Garton Ash ist in Aachen kein Unbekannter. Der brillante Wissenschaftler wurde 2013 bereits mit dem Europäischen Medienpreis Karlsmedaille (offizielle Bezeichnung: „Mèdaille Charlemagne pour les Mèdias Européens) ausgezeichnet. Der gebürtige Londoner forscht als Professor und Direktor des European Studies Centre am St. Antony's College der Universität Oxford. Aber nicht nur dort. Garton Ash ist weltweit gefragt und unterwegs. Neben seinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist er vielen Menschen auch als Kolumnist für renommierte Zeitungen und Magazinen wie „Der Spiegel“, „The Guardian“, „The Washington Post“ oder „The Wall Street Journal“ bekannt.

Man ehre mit dem charmanten, unterhaltsamen und weltoffenen Historiker „einen herausragenden englischen Wissenschaftler, der mit Leidenschaft und intellektueller Schärfe den Weg der Europäischen Union begleitet und kommentiert und der der Gemeinschaft auch gedankliche Tiefe gibt“, hieß es am Sonntag. Die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen findet an Christi Himmelfahrt, 25. Mai, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt.  

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