Aachen/Rom - Karlspreis für Andrea Riccardi: Eine Gemeinschaft ohne Grenzen

Karlspreis für Andrea Riccardi: Eine Gemeinschaft ohne Grenzen

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Er hat es nun Schwarz auf Weiß: Professor Dr. Andrea Riccardi (Mitte) empfing OB Dr. Jürgen Linden und Professor Dr. Walter Eversheim (links) gestern im Stammsitz von Sant´Egidio in Rom. Die Vertreter des Karlspreisdirektoriums trugen ihm als engagiertem Wegbereiter eines neuen und jungen Europa die Auszeichnung an, die am Himmelfahrtstag, dem 21. Mai, im Krönungssaal verliehen wird. Foto: Bettina Gabbe

Aachen/Rom. OB Dr. Jürgen Linden hat dem Gründer der katholischen Basisgemeinschaft Sant´Egidio, Professor Dr. Andrea Riccardi, am Donnerstagnachmittag in Rom den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen angetragen.

Mit dem Sprecher des Karlspreisdirektoriums, Professor Dr. Walter Eversheim, besuchte er den designierten Preisträger im ehemaligen Karmeliterinnenkloster, in dem die Gemeinschaft seit 1973 ihr Hauptquartier hat.

Riccardi begrüßte seine Gäste zunächst zu einem Rundgang in der Basilika Santa Maria in Trastevere. Sodann ging es mitten im belebten Viertel Trastevere in das Kloster. Riccardi führte seine Gäste in ein Labyrinth von Gängen in dem barocken Gebäude bis zum Besuchssaal. Sichtlich erfreut scherzte er gelassen mit seinen Mitarbeitern und beeindruckte mit Anspielungen auf die deutsche Geschichte. Sant´Egidio bestehe aus „jungen Menschen, die das soziale Europa leben”, betonte Linden.

Sie trügen Werte wie Menschenwürde, Nächstenliebe, Respekt und Toleranz aus christlicher Motivation in die Welt. Linden erinnerte ferner an Aidsprojekte in Afrika und das soziale Engagement der Laienorganisation, die sich in Rom etwa um Sinti und Roma kümmert.

„Wir sind eine kleine Gemeinschaft ohne Grenzen, die eine Vision der Solidarität und der europäischen Kultur pflegt”, meinte Riccardi im Hinblick auf die 41-jährige Geschichte von Sant´ Egidio. „Europa kann nicht für sich allein leben.” Die Globalisierung habe zu einer Stärkung von Identität geführt.

„Das Kleid der Identität ist legitim, manchmal wird es aber zu einer Rüstung”, warnte er im Hinblick auf fundamentalistische Auswüchse gestärkten Nationalstolzes. Riccardi nimmt den Karlspreis stellvertretend für die Gemeinschaft an.

Der Preis für den Sant´Egidio-Gründer soll in diesem Jahr nach den Worten des Sprechers des Karlspreisdirektoriums verstärkt junge Menschen ansprechen. Riccardi bemühe sich, um Fortschritte für die europäische Idee.

Auf dem Programm der Aachener Delegation steht heute eine Begegnung mit dem ehemaligen Staatspräsidenten und Karlspreisträger Carlo Azeglio Ciampi.
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