Aachen - Karlsbande kündigt Dialog mit Klub auf

Karlsbande kündigt Dialog mit Klub auf

Von: os
Letzte Aktualisierung:
8857721.jpg
Brachte das Fass zum Überlaufen: Beim Spiel in Köln flogen – so der Verein – aus Reihen der Karlsbande Pyros aufs Spielfeld. Foto: Tobias Königs

Aachen. Die „Karlsbande Ultras“ (KBU) haben „jede Zusammenarbeit und jegliche Form des Meinungsaustauschs mit der Führung des Vereins Alemannia Aachen“ eingestellt. Dies hat die Fan-Gruppierung, die seit Jahren wegen des Verdachts der rechtsradikalen Unterwanderung und diverser gewalttätiger Ausschreitungen bundesweit für Negativschlagzeilen sorgt, am Montag in einer langen schriftlichen Erklärung auf ihrer eigenen Website bekanntgegeben.

Die Karlsbande beklagt darin eine „mediale Hetzjagd, Repressionen“ sowie „fehlende Rückendeckung seitens des Vereins“, der sich „an Absprachen und getroffene Aussagen“ nicht halte. Neben der Vereinsführung, den Medien und der Polizei kritisieren die Ultras, die nach ihrem Verhaltenskodex Gespräche mit Pressevertretern und der Polizei ablehnen, aber auch die Interessengemeinschaft der Alemannia-Fans und Fan-Clubs: Diese habe „jegliche Form der Kommunikation und Zusammenarbeit vermissen lassen“.

Vor etwa zweieinhalb Jahren waren gegen die Karlsbande diverse Restriktionen – unter anderem ein Verbot ihrer Fahnen und Symbole – verhängt worden, weil die Gruppierung zumindest als rechtsoffen galt und ihre Mitglieder durch Gewalttaten auffielen. Völlig überraschend hatte Alemannia-Geschäftsführer Alexander Mronz diese Auflagen kürzlich wieder aufgehoben. Als er dann noch ein Anti-Nazi-Plakat von Gästefans verbot, weil er eine Provokation für die Karlsbande fürchtete, war das Echo in Medien und Öffentlichkeit desaströs. Die Vereinsführung erneuerte daraufhin das Verbot, zumal es bei den Spielen in Wegberg und Köln wieder Ärger gegeben hatte. Außerdem sollen Mitglieder der Karlsbande bei der rechtsradikalen Demo „Hooligans gegen Salafisten“ in Köln gesehen worden sein.

Letzteres bestreitet die Gruppe nicht eindeutig, erklärt aber, man habe „die Vorwürfe, rechtsoffen oder gar rechtsextrem zu sein, aufgearbeitet“. Die Randale in Wegberg räumt man ein, dass in Köln Leuchtfackeln auf Spielfeld geworfen wurden, verurteilt man. Das verbotene Abbrennen von Pyrotechnik auf den Rängen wird indes verteidigt – für die Karlsbande ist diese Unsitte, die dem Verein Strafen einhandelt, „fester Bestandteil unserer Kultur“ und „nicht mit Gewalt gleichzusetzen“.

Leserkommentare

Leserkommentare (14)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert