Karlsausstellung: Heißer Endspurt, gekühlte Vitrinen

Von: Robert Esser und Oliver Schmetz
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Zeigt im Centre Charlemagne die Top 30 der Kunstwerke aus der Zeit Karls des Großen: Kuratorin Sarvenaz Ayooghi erwartet ab Freitag die ersten „normalen“ Besucher. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die junge Frau strahlt über das ganze Gesicht. Das muss ein gutes Zeichen sein. Denn wenn die Macher einer Ausstellung 24 Stunden vor der großen Eröffnung gut gelaunt sind, dürfte alles im grünen Bereich sein. Oder? „Fragen Sie mich das am Donnerstagabend noch mal“, sagt Sarvenaz Ayooghi am Mittwochnachmittag. Und lacht doch wieder.

Denn in ihrem Teil der großen Ausstellungs-Trias „Karl der Große. Macht Kunst Schätze“ ist alles im grünen Bereich. Die 34-jährige Kunsthistorikerin ist neben dem Leiter der städtischen Museen, Peter van den Brink, Kuratorin für den Ausstellungsteil „Kunst“ im Centre Charlemagne. Und dort ist alles bereit für die feierliche Eröffnung am Donnerstag und die ersten Besucher, die ab Freitag erwartet werden.

Gut, die Beleuchtung der 31 Kunstwerke aus der Zeit Karls hat man gerade noch mal nachjustieren müssen, um die Kostbarkeiten ins rechte Licht zu rücken. Und in vielen Ecken wird noch gefegt, gewischt und geputzt. „Aber das ist kurz vor einer Ausstellungseröffnung völlig normal“, sagt Ayooghi.

Weniger normal ist für die Kuratorin dagegen wohl das, was sie am Mittwochmittag im Ratssaal erlebt. Denn der ist bei der Pressekonferenz so voll wie sonst bei Ratssitzungen, aber diesmal sind fast nur Journalisten da. 140 Berichterstatter haben sich akkreditiert. Von einem „wahnsinnigen Interesse“ schwärmt Stadtsprecher Hans Poth und meint damit auch die bereits gebuchten 2800 Gruppenführungen. Es gibt ein Pressezentrum, es gibt sechs „Pools“, in denen die Medienvertreter vorab durch die Ausstellungen geführt werden, es gibt große Sicherheitsvorkehrungen – das Ganze hat etwas von einem Staatsakt.

Aber das ist es ja auch: Schließlich kommt Bundespräsident Joachim Gauck zur Eröffnung auf den Katschhof, zu der allerdings ausschließlich die 900 geladenen Ehrengäste Zutritt haben. Der Kontakt mit dem Volk ist nur möglich um 16 Uhr vor dem Rathaus und gegen 16.50 Uhr auf dem Weg über die Krämerstraße zum Katschhof.

Apropos Weg: Wo genau der Bundespräsident heute in Aachen unterwegs sein wird, wird tags zuvor bereits von einem Vorauskommando des Bundespräsidialamtes durchgespielt. Sicher ist sicher. Und damit beim Probelauf alles klappt, greift man auf ein erfahrenes Promi-Double zurück: Den Gauck gibt Olaf Müller, der Leiter des städtischen Kulturbetriebs, der schon beim Sicherheitscheck zum Karlspreis im Jahr 2000 den US-Präsidenten Bill Clinton mimte...

Kurz vorher war den Ausstellungsmachern allerdings das Lachen kurzfristig vergangen. Im Krönungssaal, wo die „Orte der Macht“ zu sehen sind, gab es ein Malheur mit den Vitrinen, oder besser: in den Vitrinen. Dort war es 1,5 Grad Celsius zu warm. Kurzzeitig wurde sogar ein Austausch der Glasbehälter erwogen, ehe ein Klimatechnikspezialist die eigens zur Ausstellung installierte Klimaanlage für die empfindlichen Exponate nachjustieren konnte. Die Temperatur liegt dort nun konstant zwischen 19 und 20 Grad.

Wesentlich heißer ist es zuletzt außerhalb der Vitrinen im Krönungssaal zugegangen, wo man nach dem Karlspreis am 29. Mai in kurzer Zeit aus einem besenreinen Raum einen beeindruckenden Ausstellungsort gemacht hat. Auch am Mittwochmittag hört man dort noch Bohrmaschinen, zur Führung kurz darauf ist jedoch alles bereit. Jetzt können die Besucher kommen. Mit dabei ist dann auch Sarvenaz Ayooghi. Nach der ganzen Hektik der letzten Wochen wird sie sich erst einmal in Ruhe die eigene Ausstellung anschauen.

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