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„Karlinis“: Betriebskita leistet Pionierarbeit

Von: Stefan Herrmann
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Bei der offiziellen Einweihung feierte auch Plüschmaskottchen Karlini Premiere: In Aachens erster firmenübergreifender Betriebskita herrschte gestern bei Groß und Klein entsprechend gute Laune. Foto: Andreas Herrmann
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Bei der offiziellen Einweihung feierte auch Plüschmaskottchen „Karlini“ Premiere: In Aachens erster firmenübergreifender Betriebskita herrschte gestern bei Groß und Klein entsprechend gute Laune. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Als „Überraschungsgast“ Karlini enthüllt wurde, gab es für die Kleinen kein Halten mehr. Sie kletterten und krabbelten auf die Bühne, um ihr neues Stofftier-Maskottchen zu begrüßen. Da rückten die Würdenträger bei der feierlichen Eröffnung von Aachens erster betriebsnaher Verbundkita „Karlinis“ flugs mal in den Hintergrund.

Im Gewerbegebiet Eilendorf-Süd ist damit ein neues Kapitel in Sachen Kinderbetreuung aufgeschlagen worden. Insgesamt 70 Kitaplätze stehen in dem modernen Bau zur Verfügung, davon 50 der besonders begehrten U3-Plätze.

Fünf Firmen (Grünenthal, FEV, Babor, Blitzschutzbau Rhein-Main und Mäurer & Wirtz) kooperierten für dieses Projekt und arbeiteten dafür auch eng mit der Stadt zusammen. Denn die Verbundkita „Karlinis“ wird über das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) öffentlich gefördert.

In Aachen bisher ein Unikum. Und eine Tatsache, für die einige dicke Bretter gebohrt werden mussten, wie die verantwortlichen Akteure am Montagmorgen vor rund 180 Gästen aus Politik, Verwaltung und von den Unternehmen erzählten.

Die ersten 30 Kinder sind bereits im Januar eingezogen. Bis August soll dann auch die vorerst letzte der insgesamt sechs Gruppen ins Gebäude an der Kaubendenstraße einziehen. Vier Jahre dauerte die Planung, ein Jahr dann der Bau. Probleme gab es zwischenzeitlich, da das 4500 Quadratmeter große Grundstück feuchter als erwartet war.

Die Entwässerung gestaltete sich schwierig, und der Baubeginn verzögerte sich. Dabei stellte bereits die Suche nach einem Grundstück für die Akteure eine Herausforderung dar. Denn dass eine öffentlich geförderte Kita in einem Gewerbegebiet errichtet wird, ist eigentlich so nicht vorgesehen. „Das war für uns alle Neuland“, erzählte Oliver Lamm, Grünenthal-Projektleiter für „Karlinis“ am Rande der Veranstaltung.

So war Einfallsreichtum und Kreativität gefragt. Am Ende lag die Baugenehmigung vor. Und auch eine Regelung für so genannte Einpendlerkinder – also Kinder von Mitarbeitern, die nicht in Aachen wohnen – wurde gefunden. Oberbürgermeister Marcel Philipp würdigte die Leistung aller Beteiligten: „Die fünf Unternehmen haben mit dem Projekt Pionierarbeit für Aachen geleistet.“

Damit der Kita-Betrieb läuft, schießen die fünf Firmen jährlich etwa 550.000 Euro zu. Errichtet hat das „Karlinis“-Gebäude die Aachener Nesseler-Grünzig-Gruppe, der auch das Grundstück gehört. Träger der Einrichtung ist die Educcare GmbH. Bundesweit ist sie mit 30 Kitas aktiv, in Aachen feiert sie mit „Karlinis“ Premiere.

Zu den bereits 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stoßen bis Sommer sechs weitere hinzu. Eine zusätzliche Besonderheit der Verbundkita: Die Kinder werden bilingual betreut – sowohl in deutsch als auch in englisch. Dazu tragen unter anderem drei niederländische Betreuerinnen bei, die zur „Karlinis“-Belegschaft gehören.

Familie und Beruf vereinbaren

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt eine immer wichtigere Rolle. Für junge Arbeitnehmer kommt es bei der Jobwahl nicht nur darauf an, wo sie beste Karriereaussichten sehen. Auch die wohnort- und/oder arbeitsplatznahe Kinderbetreuung ist ein entscheidender Faktor. „Wir tun hiermit einen großen Schritt, Fachkräfte in unseren Firmen zu halten und sie zugleich für neue Bewerber attraktiv zu gestalten“, sagte Prof. Dr. Eric-Paul Pâques, Vorsitzender der Grünenthal-Konzerngeschäftsführung.

Hinzu kommen lange und flexibel buchbare Betreuungszeiten von 7.30 bis 18.30 Uhr. Ein Aspekt, wie OB Philipp anmerkte, der künftig auch bei städtischen Kitas verstärkt in den Fokus rücken soll. Nicht zuletzt die schwarz-rote Koalition hat sich nämlich auf die Fahne geschrieben, flexiblere Betreuungszeiten an städtischen Kitas anzubieten.

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