Aachen - Karl und seine Kumpels leben im Comic auf

Karl und seine Kumpels leben im Comic auf

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Der Kaiser als Comic: Der Band „Karl und seine Kumpels“ von Anja Kipp, Carla Rodrigues und Josef Stiel (r.) wurde im Beisein von OB Marcel Philipp im Rathaus vorgestellt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Er hat ein ziemlich kantiges Gesicht und ist verliebt in seine Kronen – Anja Kipp, Carla Rodrigues und Josef Stiel haben sich der Geschichte Karls, die vor 1200 Jahren zu Ende ging und seitdem unermüdlich für Historiker-Auseinandersetzungen sorgt, mal auf eine ganz andere Weise genähert.

„Karl und seine Kumpels“ ist ein 48-seitiger, kleinformatiger Band mit kurzen Comic-Strips über den ebenso gewalttätigen wie visionären Frankenherrscher. Die drei Autoren stellten das Buch jetzt im Rathaus vor.

„Geschichte für Anfänger“ sei es, machte Zeichnerin Anja Kipp bei der Präsentation des Werkes klar. Natürlich könne und wolle man in drei Bildern, die jeder Strip habe, nicht in die Tiefen der Historie einsteigen. Gleichwohl erfahren die Leser in den „Geschichtsstunden“, was die Forschung heute zu wissen glaubt. Das gibt Karl und seinen Kumpels die Freiheit, sich auch mit heutigen Themen wie Vaterschaftstests, Internet oder dem Aachener Reitturnier zu befassen.

Karls Kumpels sind übrigens historisch verbrieft: Mit Einhard, Alkuin, Arnold, Roland und auch dem Elefanten Abul Abas hat sich Karl tatsächlich umgeben. Auch seine Mutter Bertrada und eine Langobardenprinzessin – im Comic hat sie den Namen Desiderata bekommen – spielten im Leben des Kaisers eine Rolle. Künstlerisch frei interpretieren die Autoren allerdings ihre Rollen.

„Wir haben während des Entstehungsprozesses einige junge Leute als Berater hinzugezogen“, berichtete Josef Stiel über den Entstehungsprozess des Comics. Andert-halb Jahre hat das Dreier-Gespann aus Zeichnerin, Historikerin und ehemaligem Geschichtslehrer an dem Buch gearbeitet. „Wir haben immer noch einige unfertige Strips im Kopf“, stellte Stiel einen Folgeband in Aussicht.

Der Erscheinungstermin im Karlsjahr sei zwar glücklich, aber doch eher anderen Projekten geschuldet, die die drei Autoren noch verfolgten. Trotzdem freute sich Oberbürgermeister Marcel Philipp, „dass die Geschichte Karls in vielen Facetten gezeigt wird, die das Jubiläumsjahr überdauern werden“.

Geschichte in drei Bildern, dazu eine Pointe, die mindestens zum Schmunzeln verführen soll – keine ganz leichte Aufgabe haben sich die drei Autoren von „Karl und seine Kumpels“, Anja Kipp, Carla Rodrigues und Josef Stiel, vorgenommen. Oft gelingt der Spagat zwischen historisch Belegtem und künstlerisch Interpretiertem. Einhard als nervtötender Besserwisser ist ebenso gelungen wie der coole Arnold, „begnadetster unplugged Harfenspieler“, oder auch Karl selbst – ein bisschen selbstverliebt, ein bisschen sorglos mit dem Leben anderer, aber doch irgendwie sympathisch, wenn er sich auch im Bett nicht von seiner geliebten Krone trennen will. Und wer ein bisschen mehr will, ist mit den „Geschichtsstunden“ gut bedient. Wirklich witzig ist es allerdings nicht immer, dafür bedient das Autoren-Trio zu häufig abgedroschene Klischees.

Anja Kipp, Carla Rodrigues, Josef Steil: Karl und seine Kumpels, Grenzland Echo Verlag, 11 Euro.

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