Aachen - Karl der Große in seiner Botschafterrolle

Karl der Große in seiner Botschafterrolle

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Vom Katschhof in die ganze Stadt und dann möglichst in die ganze Welt: Die 495 kaiserlichen Botschafter erfüllen nach Ansicht der Organisatoren der Hörl-Installation voll und ganz ihren Auftrag. Foto: Aachener Luftbildservice

Aachen. Aus Frankfurt sind sie gekommen, aus Leipzig und auch aus Rotterdam. Private Besucher, Gäste der Stadt, die sich die aktuelle Installation „Mein Karl“ auf dem Katschhof nicht entgehen lassen wollten.

Dass sie überhaupt von der Aktion Wind bekommen haben, interpretiert Christoph Maisenbacher als eindeutiges Indiz für ein überregionales Medienecho, das die Aktion des Künstlers Ottmar Hörl mit den 495 Karlsfiguren auf dem Katschhof hervorgerufen hat. Seit gut einer Woche stehen die stummen, aber dennoch ausdrucksstarken Abbilder des Kaisers auf dem Platz zwischen Dom und Rathaus – und eine erste Zwischenbilanz der Verantwortlichen fällt überaus positiv aus.

Noch fehlen der Agentur Maisenbacher mit Sitz in Trier letzte Daten, um das Medienecho wirklich seriös auswerten zu können, aber die erste Einschätzung lässt keinen Zweifel, dass die Installation zu einer Erfolgsgeschichte wird. So haben die New York Daily News seit der Eröffnung am 12. April einen großen Fotobericht mit dem Künstler Hörl inmitten seiner Mannen in ihrem Online-Auftritt.

Die Initiatorin der Aktion zum 1200. Todestag des Kaisers, Dr. Jutta Bacher vom städtischen Marketing, hat bislang auch ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten – persönlich genauso wie im Internet beziehungsweise in den digitalen sozialen Netzwerken wie Facebook. „Dort werden regelrechte Aufrufe gestartet, nach Aachen zu kommen und Fotos zu schießen“, freut sich die Aachener Marketingexpertin. Denn genau auf diesem Weg wird die Botschaft verbreitet, und so freut sich Jutta Bacher über die vielen Besucher. die natürlich nicht statistisch erfasst werden können. Aber gerade über die Osterfeiertage hat sie viele auswärtige Besucher beobachtet, die sich die Installation angesehen haben und die neue Rathaustreppe entweder als entspannten Sitzplatz oder ideale Fotografentribüne genutzt haben.

In jedem Fall haben die verschärften Sicherheitsvorkehrungen gezogen. Nachdem direkt zu Beginn der Ausstellung zwei Karlsfiguren gegen jeden Entwurf des Künstlers Beine bekommen hatten, ist die kaiserliche Garde seither komplett und unverletzt geblieben.

Werner Schlösser vom Aachen Tourist Service gestaltet die Marketingaktivitäten der Stadt schon seit Jahrzehnten. Er lässt sich angesichts der Resonanz der Installation bei seiner Einschätzung sogar zu einem Superlativ verleiten: „Als reine Einzelaktion ist die Hörl-Installation vielleicht das effektivste Marketing, das wir je gemacht haben. Die Resonanz ist irre: Menschen stellen ihre Filme auf Youtube ins Internet, Hochzeitspaare lassen sich vor den Figuren fotografieren, tausende Fotos werden geschossen und digital verschickt, ein Fotograf hat die Gesamtsituation aus einem Videocopter gefilmt.“

Inzwischen gehen beim Tourist Service täglich Vorschläge zum weiteren Umgang mit der Ausstellung ihrer Hauptfigur ein. Mal wird zum Flashmob mit den Besitzern der Karlsfiguren am Elisenbrunnen aufgerufen, mal vorgeschlagen, Karl als Pfeffer- und Salzstreuer, in Miniversion oder als Bausatz auf den Markt zu bringen. Ob etwas aus diesen Ideen wird, muss auch Schlösser dem Künstler Hörl überlassen, der natürlich das Copyright besitzt. In jedem Fall werden die Figuren dem Stadtbild auch nach Ende der Aktion am 27. April erhalten bleiben. „Ich habe bereits die Zusage, dass viele Geschäftsleute ihre Figuren ausstellen werden“, freut sich der Touristik-Chef.

Fotobuch zu künftigen Standorten

Nicht ganz so begeistert sind hingegen mehrere Leser. Sie beklagen in Zuschriften an die Redaktion die aus ihrer Sicht „verniedlichende“ oder „verfälschende“ Darstellung, finden die Installation „zu statisch“, sehen sie als „Plastik-Putten“ oder stellen auch das künstlerische Format in Frage.

Wie dem auch sei – sie werden die Figuren noch länger im gesamten Stadtbild ertragen müssen. Schließlich soll es auch ein entsprechendes Fotobuch über die künftigen Standorte der Figuren geben. Aber auch deren Besuch ist jedem selbstverständlich freigestellt.

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