Karibisches Flair in der Südstraße

Von: Gerd Simons
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Verzauberte die Fans mit seinem aktuellen Programm „Traumzeit”: Mo Calaz begeisterte allein mit seiner Gitarre. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Straßenfeste in der Südstraße sind das Salz in der Suppe. Hier treffen sich ungezwungen die Anwohner, Geschäftstreibenden und Besucher. Man kann sich näher kennenlernen und zwanglos in schöner Atmosphäre feiern”, freut sich Rolf Held in jedem Jahr auf das Straßenfest.

Er muss es ganz genau wissen, denn seit 1966 betreibt er dort einen kleinen, aber kultigen Tabak- und Schreibwarenladen und gehört quasi zum Inventar der Südstraße.

„Ich habe in den vergangenen 20 Jahren kein Fest verpasst, und wenn es die Gesundheit zulässt, wird das auch so bleiben”, ist der 66-Jährige davon überzeugt, dass auch im kommenden Jahr die Tradition des Nachbarschafts- und Straßenfestes fortgesetzt wird.

In den letzten fünf Jahren zeichnete Rick Opgenoorth für die Organisation verantwortlich. Zum 20. Geburtstag hatte er aus dem Straßenfest kurzerhand das Südstraßenfestival gemacht und damit völlig richtig gelegen.

Auf dem Lkw ging´s ab

An zwei Tagen war die zu einer Bühne umfunktionierte Ladefläche eines Lkw Dreh- und Angelpunkt der Festivitäten. Der Veranstalter und Tonstudiobesitzer hatte elf hochkarätige Aachener Musiker und Bands, wie Senior Torpedo, Sebastian Sturms „Cheer up Trio” und das Peter Sonntag Quartett gewinnen können, die für musikalische Vielfalt und Hochgenuss sowie atmosphärische Dichte verantwortlich zeichneten - und das bei sommerlichen Temperaturen und strahlendem Himmel.

„Rund 1300 Besucher haben unser kleines Festival besucht, ich bin sehr zufrieden”, zog Opgenoorth ein positives Fazit. Für Erklärungsbedarf sorgte die Tatsache, dass erstmalig bei einem Aachener Straßenfestival ein Obolus in Höhe von fünf Euro pro Tag oder 6,50 Uhr für die Festivalkarte erhoben wurde. „Wir wollten anlässlich des Jubiläums mehr Kultur als üblich bieten, und Kultur verursacht Kosten, die wir durch eine Kostenpauschale weitergeben mussten”, erklärte der 36-Jährige die Maßnahme.

Nachbarschaft bleibt Trumpf

„Von der Pauschale ausgenommen waren natürlich die Anwohner der Südstraße und alle Kinder”, fügte der Macher hinzu. Natürlich blieb trotz des Schwerpunktes auf Live-Musik der Charakter des Nachbarschaftsfestes erhalten. Ein Kinderflohmarkt, Kinderschminken und ein Zauberer richteten sich an die ganze Familie. Eine improvisierte Cafeteria, Frischgezapftes und Gegrilltes rundeten das Angebot ab.

Mit einem musikalischen Leckerbissen verabschiedete sich am Sonntagabend das Festival. Sebastian Sturm, Moses und Danger versprühten mit Akustik-Reggae so viel Jamaika-Feeling, dass man fast die Wellen in der Brandung rauschen hörte. Eine Trainerstunde der besonderen Art gab es von Peter Sonntag und seinem Quartett. Reno Schnell, eine der besten Gitarristinnen der westlichen Hemisphäre, begeisterte mit ihrem feinen Turbo-Gitarrenspiel noch lange nach Sonnenuntergang.
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