Aachen - Kappertz-Hölle als Räuberhöhle

Kappertz-Hölle als Räuberhöhle

Von: Carolin Cremer-Kruff
Letzte Aktualisierung:
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Turbulentes Treiben auf der Bühne: Die Bühne 78 hat jetzt mit dem Weihnachtsmärchen "Ali Baba und die vierzig Räuber" im Saalbau Rothe Erde Premiere gefeiert.

Aachen. Die Räuberbande ist in Aachen los! Erstmalig trieb sie am ersten Adventswochenende im Saalbau Kappertz bei der Premiere des traditionellen Weihnachtsmärchen der Bühne 78 ihr Unwesen. „Ali Baba und die 40 Räuber“ – wer kennt das berühmte Märchen aus 1001 Nacht nicht? Jedoch ist das gleichnamige Theaterstück von Bernd Kolarik etwas anders gestrickt.

Das fängt schon bei den vermeintlich gefährlichen Räubern an. Namen wie „Muskelkater“, „Furzpopo“ oder „Hasenfuß“ lassen bereits erahnen, dass es sich hierbei eher um lustige und etwas tollpatschige Zeitgenossen als um schwere Jungs handelt. Dieser Verdacht bestätigt sich schnell: Wurde die Bande zu Beginn des Stücks von den Einwohnern des Dorfes Pipo noch gefürchtet, erwies sie sich zum Schluss als wahrer Retter in der Not.

Doch der Reihe nach: Eines Tages erscheint in Pipo die geheimnisumwobene Zauberin Mersipane, welche den Dorfbewohnern die Nachricht überbringt, dass sie schon bald Besuch von der Königin Zuckersüß erhalten. Natürlich nicht ohne Grund: Von jedem Bewohner wird sie drei Marzipanschweinchen, ihre Leibspeise, fordern. Wer diese nicht abliefern kann, muss das Dorf verlassen. Da die meisten Bewohner bettelarm sind und Marzipan schwer zu beschaffen ist, ist die Dorfgemeinschaft ratlos. Mersipane fasst daher einen kühnen Plan: Sie möchte alle Kinder des Dorfes mit ihrem blinkenden Zauberstab in kleine Marzipanschweine verwandeln, um auf diese Weise die Gunst der Königin zu gewinnen.

Unterstützung erhält sie dabei von Frau Brillantzeh, die reichste und geizigste Frau des Dorfes. Bei ihr arbeitet Ali (Mirco Schneider), der schnell hinter die finsteren Machenschaften des „Duo Infernale“ (herrliches Zusammenspiel von Gaby Demiris als Zauberin und Ellen Stollenwerk als Frau Brillantzeh) kommt. Mit seiner Freundin Kathinka (Christina Grobelny) schließt er sich den 40 Räubern (die eigentlich nur sieben sind) an und versucht den bösen Zauber zu stoppen. Von da an trägt Ali den Beinamen Baba, was „der Mutige, der Tapfere“ bedeutet. Als die ersten Kinder im Dorf verschwinden, nimmt das Katz- und Mausspiel Fahrt auf…

Ute Rentmeister hat als Regisseurin ein fantasievolles Weihnachtsmärchen mit orientalischem Touch inszeniert, das mit 23 tollen Hobbyschauspielern, farbenprächtigen Kostümen, witzigen Szenen, orientalischer Musik und überraschenden Lichteffekten punktet – nicht zu vergessen die vielen Helfer hinter den Kulissen. Die zahlreichen Kinder, die bei der Premiere vorzugsweise die Plätze in der ersten Reihe säumten, hatten einen Riesenspaß. Nicht nur weil sie ein spannendes und kindgerechtes Theaterstück geboten bekamen, sondern auch weil sie in einigen Szenen selbst mitmachen konnten. Und so summte der eine oder andere kleine Zuschauer noch auf dem Nachhauseweg leise das Räuberlied vor sich hin: „Wir sind Räuber, wir sind vierzig…“

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