Kanzlerin als Kanapee aus Fleischerhand

Von: Laura Kingston
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Aachen. Es steht ein Wochenende der Entscheidungen an. Damit sind nicht nur die Erst- und Zweitstimme auf dem Wahlzettel am Sonntag gemeint. Am Samstag, 21. September, lädt die Handwerkskammer als eine der 53 in Deutschland am „Tag des Handwerks“ dazu ein, sich für Selbiges zu entscheiden.

Unter dem Motto „Wir haben schon gewählt – wir gehen zum Handwerk“ wollen Handwerksbetriebe aus Aachen für eine Ausbildung in ihrem jeweiligen Gewerk werben. Und das ganz ohne langwierige Podiumsdiskussionen zwischen hitzköpfigen Politikern.

Am „Tag des Handwerks“ sollen Besucher selbst Hand anlegen, statt nur zuzuhören. Von 12 bis 17 Uhr werden am Sandkaulbach 21 die unterschiedlichsten Berufe des Handwerks getestet. Ein Anreiz, sich an jeder Station zu versuchen? Unter den Teilnehmern verlost die Handwerkskammer ein iPad.

Das Stationen-Spiel soll Kindern und Jugendlichen nicht nur die einzelnen Berufe vorstellen, sondern auch die Vielfältigkeit des Handwerks vor Augen führen. Die ist mindestens so groß wie die in der deutschen Parteienlandschaft. Dass das Handwerk auch kreative Beruf bereithält, zeigt der Stand „Süße Variation – kriegst du es gebacken?“ Da können die Teilnehmer ihre Kreativität an kleinen Torteletts ausleben. Analytisches Geschick ist am KFZ-Stand gefragt, an dem die Kinder und Jugendlichen Fehler am vorgeführten Auto finden sollen.

Ein bisschen politisch wird der „Tag des Handwerks“ an der ein oder anderen Stelle aber doch: zum Beispiel, wenn es um das viel diskutierte Thema Energiewende geht. Dazu wird es einen Infostand geben, der die älteren Gäste über Solarenergie aufklärt. Denn das „muss nicht immer nur ein Thema der Politik sein. Auch das Handwerk kann einen guten Beitrag zur Energiewende leisten“, erklärt Nicole Tomys, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der HWK. Eher spielerisch politisch wird es am Fleischer-Stand zugehen. „Kanapees à la Merkel, Steinbrück und Co.“ regen Teilnehmer dazu an, ein Häppchen in den Farben der Parteien zu kreieren.

Die „spielerische Berufsberatung“, wie Tomys den „Tag des Handwerks“ beschreibt, geht weiter an dem Stand des Friseurzentrums, wo Dauerwellen und Hochsteckfrisuren geprobt werden können. Auf alle Besucher freut sich die Leiterin des Friseurzentrums, Gabriele Wöltje. Sie will den Teilnehmern vor allen Dingen zeigen, dass das Handwerk im Jahr 2013 „keine Sackgasse mehr“ ist. Gerade bei den derzeitigen Azubis seien viele ältere Lehrlinge dabei, die sich letztlich für eine Umschulung entschieden hätten. Außerdem stehe den Gesellen ein Studium nach dem Abschluss der Lehre offen.

Etwa 7000 Lehrlinge zählt die HWK Aachen derzeit. Und obwohl die Imagekampagne, die Tomys vor drei Jahren ins Leben gerufen hat, eine positive Resonanz habe, sei die Anzahl der Lehrlingsverträge dieses Jahr zurückgegangen. Doch durch den „Tag des Handwerks“ schlägt die HWK erneut die Werbetrommel für eine Ausbildung – vielleicht fällt nächstes Jahr die Wahl des ein oder anderen Besuchers auf das Handwerk.

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