Kanalarbeiten: Kurbrunnenstraße bis Jahresende Einbahnstraße

Von: Oliver Schmetz
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Ab nächster Woche ein Nadelöhr: Wegen Kanalarbeiten wird die Kurbrunnenstraße bis Ende des Jahres zur Einbahnstraße, auf der der Verkehr nur stadteinwärts fließt. Foto: Michael Jaspers
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Zeitweise muss der Verkehr auch über die Parkpalette am Viadukt geführt werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die gute Nachricht: Anders als zunächst befürchtet wird es keine Vollsperrung der Kurbrunnenstraße geben, wenn die Stawag vom kommenden Montag an unter der vielbefahrenen Verkehrsader zwischen der Innenstadt und Burtscheid den Kanal und Versorgungsgleitungen erneuert.

Die schlechte Nachricht: Autofahrer und Busfahrgäste sollten sich trotzdem auf Geduldsproben einstellen. Denn die Kurbrunnen-straße wird mindestens bis Jahresende zur Einbahnstraße, die nur stadteinwärts befahren werden kann – und das mit teils sehr ungewöhnlicher Verkehrsführung.

Wer dagegen nach Burtscheid will, muss mit Auto und Bus große Umleitungen in Kauf nehmen, an deren Verlauf außerdem zahlreiche Parkplätze wegfallen. Anders gesagt: An vielen Stellen in Burtscheid droht in den nächsten Monaten der Verkehrsinfarkt, worauf auch dieser Appell der Stawag hindeutet: „Ortskundige sollten den Bereich weiträumig umfahren.“

Als „weiträumig“ kann man dabei allein schon die Umleitung für den Autoverkehr bezeichnen, die in den nächsten Tagen ausgeschildert wird: Von der Normaluhr aus wird das Blech über Kasinostraße, Krugenofen, Eupener Straße, Jahnplatz, St-Vither-Straße, Siegelallee und Siegel nach Burtscheid gelotst. Nur die Dammstraße soll die ganze Zeit über von der Normaluhr aus erreichbar bleiben.

Und wer mit der Aseag aus der City beispielsweise zum Marienhospital möchte, fährt dann von der Normaluhr durchs Frankenberger Viertel und über Erzbergerallee, Forster Weg und Branderhofer Weg. In den drei letztgenannten Straße fallen dabei viele Parkplätze weg. Denn laut Heike Ernst, Leiterin der städtischen Straßenverkehrsbehörde, werden dort „nahezu durchgängig“ Halteverbote eingerichtet, damit die Busse überhaupt hindurchkommen.

Dabei haben sich die Planer bei Stadt und Stawag monatelang die Köpfe darüber zerbrochen, wie eine Vollsperrung der Kurbrunnenstraße – und damit das größte anzunehmende Verkehrschaos – vermieden und außerdem die Bedürfnisse von Busverkehr und Feuerwehr unter einen Hut gebracht werden können. Denn während die Aseag wegen der wichtigen Anschlüsse beispielsweise am Bahnhof dafür plädierte, in Richtung Innenstadt den herkömmlichen Weg beizubehalten, müssen zugleich in Gegenrichtung Rettungswege für Feuerwehr und Rettungsdienste eingerichtet werden – nicht zuletzt wegen des Marienhospitals und der Kurkliniken. „Das wird klappen, da haben wir einen Kompromiss gefunden“, ist Ernst optimistisch. Außerdem habe man alle betroffenen Anlieger, Geschäftsleute, die Kliniken und die benachbarten Schulen – Viktoriaschule, Maria-Montessori-Gesamtschule und Amos-Comenius-Schule – bereits informiert.

Los geht es ab Montag mit dem Teilstück zwischen Jägerstraße und Bachstraße, wo zwei bis drei Monate lang die Gas- und Wasserleitungen erneuert werden, wobei der Verkehr stadteinwärts an der Baustelle vorbeifließt. Ernster wird es dann auf dem Teilstück zwischen Bachstraße und Amos-Comenius-Schule, wo der völlig marode Kanal aus dem Jahr 1900 ersetzt und vor allem versetzt werden muss. Denn der Neubau wird in Richtung Straßenmitte verschwenkt, damit den Bauarbeiten nicht die teils sehr alten Bäume am Straßenrand vor den Parkpaletten zum Opfer fallen.

Und weil die Baustelle dadurch breiter wird, haben die Planer eine ungewöhnliche Verkehrsführung ersonnen: Autos und Busse werden in die Sackgasse vor der Schule und dann über die untere der Parkpaletten zur Bachstraße und von dort zur Kurbrunnenstraße geleitet. Fußgänger und Radfahrer werden über die obere Parkpalette geführt, der heutige Geh- und Radweg wird zur Rettungstrasse umfunktioniert und die dortige Bushaltestelle in Richtung Normaluhr versetzt.

Weitere zwei Monate später will man dann den Abschnitt bis zur Michaelsbergstraße in Angriff nehmen. „Wir hoffen, dass wir die Kurbrunnenstraße Ende Dezember wieder freigeben können“, sagt Wolfgang Raabe, der bei der Stawag für Netzplanung und Bauprojekte verantwortlich ist. Nach den Weihnachtsferien nimmt man sich dann noch ein Stück Kanal unter der Michaelsbergstraße vor, was unter Verkehrsaspekten aber eher „unproblematisch“ sei. Im Mai 2018 soll dann alles fertig sein.

Allerdings könnte bei diesem Zeitplan einmal mehr Aachens geschichtsträchtiger Boden einen Strich durch die Rechnung machen. Denn man rechnet an dieser Stelle, die archäologisch noch kaum untersucht worden ist, durchaus mit Funden.

„Die Archäologen freuen sich schon“, sagt Raabe – zumal durch die Verschwenkung der Kanaltrasse vergleichsweise unangetasteter Boden aufgerissen wird. Doch was eine gute Nachricht für Archäologen sein könnte, dürften viele andere fürchten: Denn die Maßnahme, die zurzeit mit 700 000 Euro veranschlagt ist, würde dann nicht nur teurer werden, sondern auch länger dauern – was für Stawag, Buspendler und Autofahrer eine ziemlich schlechte Nachricht wäre.

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