Kanal von 1893: Sanierung fällt ins Wasser

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Alter Kanal hat keine Perspekt
Alter Kanal hat keine Perspektive: Die historischen Leitungen von 1893 zwischen Markt und Katschhof werden nicht mehr saniert. Sie werden verschlossen. Eine neue Verbindung führt Abwasser vom Markt zum Hauptkanal an der Jakobstraße. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Sanierung eines der ältesten Kanäle der Stadt fällt ins Wasser. Von 1893 ist die alte Leitung, die unter der Brücke zwischen Rathaus und ehemaligem Verwaltungsgebäude vom Katschhof zum Marktplatz führt.

Sie zählt damit zu den ältesten der Stadt. Eine Sanierung wäre laut Stawag und Stadt zwingend erforderlich, wird es aber nicht geben. Denn dafür gibt es weder ausreichend Platz noch Geld. Eine Tiefbaumaßnahme für einen Kanal heutiger Größe lasse sich, so Rita Klösges vom städtischen Presseamt, zwischen Rathaus und Verwaltungsgebäude nicht organisieren. „Da ist es viel zu eng”, sagt sie. Und die Kosten wären, so Stawag-Sprecherin Anne Linden nicht mehr zu kalkulieren.

Und so wird der alte Kanal verschlossen und dafür eine neue Verbindung von Häusern am Markt zum Hauptkanal Richtung Jakobstraße geschaffen. Die Rohre liegen schon bereit, Bauzäune wurden im Schatten des Rathauses errichtet. Ein Loch vor dem Supermarkt auf dem Marktplatz lässt bereits tief blicken. Denn sieben Meter unter dem Pflaster wird gearbeitet.

Kein Zeitplan

Oder besser soll demnächst gearbeitet werden, denn bislang wird das Feld den Archäologen überlassen. „Deren Untersuchungen laufen. Es ist noch nicht absehbar, wann die Arbeiten wirklich begonnen werden. Aber der Sanierungsbedarf ist groß, das alte Schmuckstück muss verschlossen werden und die neue Verbindung zum Hauptkanal her”, erklärt Stawag-Sprecherin Linden. Einen Zeitplan könne sie aber erst vorlegen, wenn die Grabungen abgeschlossen sind. Und Funde werden an historischer Stätte erwartet. Auf dem Katschhof hatten Stadtarchäologe Andreas Schaub und sein Team zuletzt Zeugnisse aus spätrömischer Zeit entdeckt und damit Licht in ein dunkles Kapitel Aachener Stadtgeschichte gebracht.

Der 1893er Kanal am Markt ist nicht das einzige Altertümchen, in das die Stawag in diesen Tagen Baumittel fließen lassen muss. Am Büchel werden wie berichtet ebenfalls alte Leitungen in Augenschein genommen. Dort kann die marode Leitung von 1898 allerdings in zwei Etappen erneuert werden. Zwischen Markt und Katschhof ist das nicht mehr möglich.
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