Kampf um die Hemmerle-Schule

Von: Amien Idries
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Kein rein plakativer Widerstand: Eltern und Lehrer der Hemmerle-Schule möchten nicht, dass die einzige katholische Hauptschule der Stadt geschlossen wird. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Stimmung ist gedrückt an der Klaus-Hemmerle-Schule. Vor zwei Wochen legten CDU, Grüne und SPD ihre Pläne zur künftigen Schulentwicklung vor und konkretisierten die Schließungsabsichten im Bezug auf die Aachener Hauptschulen.

Die katholische Hemmerle-Schule an der Franzstraße stand neben den Standorten in Eilendorf und am Kronenberg ebenfalls auf der Liste. „Wir hatten gedacht, dass wir als einzige katholische Hauptschule der Bischofsstadt Aachen einen gewissen Schutz genießen”, sagt Schulleiterin Monika Schüttert.

Der Schock über die Pläne der Politik ist inzwischen ein wenig gewichen und Lehrer sowie Eltern wollen sich engagieren, um der Schließung entgegenzuwirken. „Mich ärgert, dass ausgerechnet die CDU, die ja das Christliche im Parteinamen trägt, eine katholische Schule schließen will”, sagt Elke Willms, stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende. Gerade das katholische Profil und die Wertevermittlung der Schule sei für viele Eltern und Schüler, zu denen auch Muslime gehören, sehr wichtig.

Dazu gehöre, dass man sich aus einer christlichen Motivation darum bemühe, jeden Schüler nach seinen Fähigkeiten zu fördern. Das gelte nicht nur für die 35 Schüler mit dem besonderen Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung, sondern auch für die restlichen 215 Schüler.

„Für unseren Sohn, der sehr zurückhaltend ist, wäre ein anderes Modell, beispielsweise eine Gesamtschule, fatal gewesen”, erzählt Kathrin Klämbt. An der Hemmerle-Schule würde er individuell wahrgenommen, ganz im Gegensatz zu so mancher Gesamtschule, wo er lediglich eine Nummer sei. Dies liege an den überschaubaren Klassengrößen, die auch aus den zurückgehenden Anmeldezahlen resultieren.

Gerade diese wurden von der Politik als Hauptgrund für die Schließungsabsichten angegeben. 25 Schüler haben sich nach Angaben der Schulleitung in diesem Jahr für die fünfte Klasse angemeldet. Das sei für eine städtische Hauptschule nicht der schlechteste Wert.

Den Großteil der Eltern stört allerdings die nüchterne Orientierung an Zahlen. „Es geht immer nur ums Sparen. Wenn wir allerdings an unseren Kindern sparen, dann sparen wir an der Zukunft und erhalten dafür früher oder später die Quittung”, sagt Anja Johnen.

Neben dieser allgemeinen Kritik an der Bildungspolitik kritisieren die Eltern vor allem, dass mit der Schließung der Hemmerle-Schule Aachener Hauptschülern der Besuch einer katholischen Schule verwehrt sei. „Es kann doch nicht sein, dass katholische Erziehung nur Gymnasiasten vorbehalten bleibt”, spielt Maike Willms auf das bischöfliche Pius-Gymnasium an.

Das wiederum ist im Gegensatz zur Hemmerle-Schule in der Trägerschaft des Bistums Aachen, das in einer Pressemitteilung durch den Wegfall der Schule eine Verarmung der Aachener Schullandschaft befürchtet und nach Lösungen suchen möchte, den Fortbestand zu sichern.

Die Schule selbst will indes alle Hebel in Bewegung setzen, um die Schließung zu verhindern. Neben einem speziellen Gottesdienst, will man mit Bistum und Politik im Gespräch bleiben, um Alternativen auszuloten.

Auch die Bevölkerung will man mit einer Unterschriftenaktion ins Boot holen. Schulleiterin Schüttert drückt es so aus: „Wir sind trotz allem voller Hoffnung und guten Mutes.”
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