Aachen - Kampagne soll Interesse für Hospiz-Arbeit wecken

Kampagne soll Interesse für Hospiz-Arbeit wecken

Von: Carolin Kruff
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Musik zum Auftakt: Das Clara-Schumann-Trio spielte zur Vorstellung der neuen Kampagne "Werde Hospiz-Pate!" im Haus Hörn. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Werde Hospiz-Pate!“ – so lautet der Name einer neuen Kampagne, die das Hospiz im Haus Hörn gemeinsam mit dem Förderverein initiiert hat. Mit einer Reihe von Veranstaltungen möchten die Organisatoren ihre Arbeit vorstellen und so das Interesse für dieses Thema wecken.

„Die Themen Sterben und Sterbebegleitung sollen in unserer Gesellschaft keine Tabuthemen sein. Mit unserer Arbeit docken wir direkt an das Leben an“, erklärt Hospiz-Leiterin Inge Nadenau. Und so zeigte sich die Auftaktveranstaltung am Wochenende mit einer gelungenen Mischung aus Musik und Kabarett von ihrer fröhlichen Seite. Für musikalischen Genuss sorgte zu Beginn der Benefizgala das Clara-Schumann-Trio, das mit viel Virtuosität auf eine beeindruckende Reise durch die Musikgeschichte entführte – angefangen bei der Romantik, über die Klassik bis hin zur Moderne.

Ursula Wawroscheck (Klavier), Annette Wehnert (Violine) und Helga Löhrer (Cello) brachten ein anspruchsvolles Repertoire auf die Bühne: Den 3. und 4. Satz aus dem „Dumky“-Trio von Antonín Dvoák, den 2. und 3. Satz aus dem Trio g-Moll von Friedrich Smetana sowie als Finale den leidenschaftlichen Tango „La Muerte del Angel“ (Der Tod des Engels) des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla.

Andere „Saiten“ zogen im Anschluss die „Fleddermäuse“ auf. Bei ihrem Auftritt blieb kein Auge trocken und die Gehirnwindungen kamen im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich in Fahrt. Denn die beliebte Aachener Kabarettgruppe zeigte Ausschnitte aus ihrem aktuellen Programm „Hirn, was kommt von draußen rein?“, das mit einem witzigen Schlagabtausch über das geheimnisvollste Organ des Menschen begann.

Es wurde über Geiz-ist-geil-Synapsen und Alles-für-lau-Lappen philosophiert, und der Frage nachgegangen, wie das Äußere ins Innere gelangt, wenn man sich bei der Alemannia schon fragen muss, wie das Runde ins Eckige kommt. Aber ganz egal ob „Hirnriss“ oder „Ratsch im Kappes“, in Aachen, so die Fleddermäuse, klappt’s auch ohne Hirn, wenn man das Baustellenmanagement betrachtet.

Mit viel Humor und einem Augenzwinkern wurden Geschichten aus dem Leben erzählt, und kaum jemand wurde verschont: Ob die neue Spezies der Wanderer, die ausgestattet mit Doppelfleecemembran-Jacke, Reinhold-Messner-Survival-Kit und Kompass auf dem Eifelsteig gen Manderscheid pilgert, der akute Landärztemangel, der zukünftig mit der Einrichtung eines Dr. Online entgegengewirkt werden soll, oder das Vier-Wochen-Facebook-Fasten. Am Ende gab es begeisterten Applaus für diese humorvollen Spitzen.

Mit 220 Besuchern war die Benefizgala bis auf den letzten Platz ausverkauft. Der Eintrittspreis von 18 Euro geht vollständig an das Hospiz. Weitere Spenden konnten an diesem Abend in Sammelbüchsen, die Kinder des benachbarten Kindergartens gestaltet hatten, abgegeben werden. Die Spenden sind nötig, da die Kranken- und Pflegekassen nur 90 Prozent der Kosten für den Aufenthalt in einem Hospiz übernehmen, die restlichen zehn Prozent muss jedes Hospiz selbst aufbringen, im Fall des Aachener Hospizes ist dies bei zwölf Gästezimmern ein Eigenanteil von 120 000 Euro pro Jahr, für ein Zimmer müssen 25 Euro pro Tag aufgebracht werden – hier ist das Hospiz auf Spenden angewiesen.

Und so dankte Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß an diesem Abend vor allem den auftretenden Künstlern, die auf ihre Gage verzichteten. „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dieses Projekt zu unterstützen. Kein Patient, der dem Tod geweiht ist, soll auch noch für seinen Aufenthalt im Hospiz bezahlen“, erklärte Ursula Wawroscheck im Sinne aller auftretenden Künstler.

Im Laufe des Jahres folgen im Rahmen der Kampagne weitere Veranstaltungen wie ein Hospizgespräch zum Thema „Palliative Versorgung von Menschen mit Demenz“, eine Fachdiskussion mit dem Titel „Sterben in verschiedenen Kulturen“ und die Buchvorstellung „Zwölf Gebote für Dich“ von Karl-Albert Esser. Im März 2015 findet die Kampagne mit einem Chorabend ihren Abschluss.

Weitere Informationen zum Hospiz im Haus Hörn stehen im internet unter www.haus-hoern.de/unsere-einrichtungen/hospiz. Telefonische Auskünfte gibt es unter 0151/14093839 oder 0151/12292822.

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