Kamel & Co. ziehen in die Karawanserei

Von: Angelina Boerger
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Aachen. Zuhause im Glück für Kamel & Co.: In einem prächtigen orientalischen Stall hausen seit neuestem gleich drei Tierrassen unter einem Dach. Im Stil einer arabischen Karawanserei ist das Gehege im Euregiozoo Aachen neu gestaltet worden.

Eine Karawanserei, ursprünglich eine Lagerstätte für Kameltreiber und reisende Händler des arabischen Raums, war somit die passende Stilrichtung für die Anlage.

Das fand zumindest der pensionierte Architekt Adnan Razaq, der bereits seit 15 Jahren mit dem Tierpark zusammenarbeitet und das Stallgebäude entworfen hat. „Als der Direktor des Tierparks, Wolfram Graf-Rudolf, mich anrief und sagte: ‚Adnan, ich brauch deine Hilfe bei dem Kamelgehege‘, wusste ich direkt Bescheid, was ich tun musste.“ Kaum hatte Razaq den ersten Entwurf gezeichnet, war der Zoodirektor sofort Feuer und Flamme. „Ich sah die Zeichnung und wusste, dass wird den Tieren und auch den Besuchern gefallen.“ Als Razaq jedoch das Musterstück in der Werkstatt aufgebaut sah, war er ein wenig erschrocken. „Ich habe dann nur gedacht: Wenn der Prototyp schon so groß ist, wird das Original mit seinen hohen Pyramidentürmen wahrscheinlich gigantisch.“

Nach einem Jahr Planung und nicht einmal einem halben Jahr Bauzeit war der Koloss dann einzugsbereit. Die Tiere – drei Trampeltiere, zwei Dromedare, jede Menge Langohrziegen und einige Watussirinder – fühlen sich laut Graf-Rudolf sehr wohl. „Die Kamele genießen das Zusammenleben mit ihren neuen Freunden, ganz besonders die Baby-Ziegen, die ihnen immer wieder auf dem Rücken rumlaufen. Wer hat schon was gegen eine Gratis-Massage?“ Im neuen Jahr wird es dann noch Zuwachs geben: Auch die Esel sollen bald in das Gehege einziehen.

Gekostet hat das Gebäude 230.000 Euro, von denen 50.000 Euro der Verein der Tierparkfreunde spendete. Manfred Fuchs, Vorsitzender des Vereins, ist begeistert: „So ein Bau bedeutet immer eine große Anstrengung. Ohne die ganzen Freiwilligen hätten wir es nicht geschafft.“ Unterstützung bei der Umsetzung hatten sie auch von Statiker Tobias Hinz, der sich ebenfalls stets ehrenamtlich einsetzt, wenn der Park Mithilfe benötigt. Ihm war es wichtig, dass die Tiere noch vor dem ersten Schnee ein neues Zuhause bekommen haben.

Kommendes Jahr feiert der Tierpark 50-jähriges Bestehen und plant noch weitere Umzüge und Neubauten für seine Bewohner. Wer dann die Eselwiese in Zukunft bewohnen wird, kann der Zoodirektor aber noch nicht sagen. „Wir denken da an Elche, dass steht aber noch nicht fest.“

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