Aachen - Kalverbenden: „Luxussanierung“ steht nicht zur Debatte

Kalverbenden: „Luxussanierung“ steht nicht zur Debatte

Von: Julia Gröbbels
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Seit vor einigen Monaten erste Pläne über eine Komplett-Sanierung der städtischen Wohnsiedlung Kalverbenden bekannt wurden, fürchteten die Mieter – neben den Unwägbarkeiten der anstehenden Baumaßnahmen - auch um die Bezahlbarkeit ihrer Mieten. Aus diesem Grund waren sie zahlreich zur Sitzung des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses erschienen, wo das Thema, basierend auf einem Antrag von CDU und Grünen, diskutiert wurde.

In der vergangenen Woche hatte es bereits ein interfraktionelles Gespräch hierzu gegeben. Die Mieter sollen laut Politik bei allen Fragen rund um die Sanierung mitreden dürfen. So seien sie bereits durch die Verwaltung über den aktuellen Sachstand informiert worden.

Gleichzeitig wurde ihnen über eine eigens hierfür eingerichtete E-Mail-Adresse die Möglichkeit gegeben, sich zu den geplanten Maßnahmen zu äußern. Bei der Sitzung des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses stellte Architekt Edgar Krings zunächst seine Studie zu den verschiedenen Modernisierungsszenarien vor, die sich sowohl in Umfang als auch in den Kosten deutlich voneinander unterschieden.

Aus den 1920ern

Festgestellt wurde außerdem, dass die Siedlung aus den 1920ern mit ihren 25 Häusern, 99 Wohnungen und 6000 Quadratmetern Wohnfläche wohl keiner so umfassenden Sanierung bedürfe, wie zunächst angenommen. Das ging aus Analysen von Gutachtern hervor, die die Gewoge als Verwalterin der Wohnanlagen beauftragt hatte. Ein Auszug der Mieter sei somit „nicht zwingend erforderlich“, da einige Maßnahmen auch dann durchgeführt werden könnten, wenn ohnehin ein Mieterwechsel anstehe.

Denkmalschutz berücksichtigen

In einem Punkt ist sich die Politik einig: Eine „Luxussanierung“ stehe nicht zur Debatte. Zunächst einmal wolle man sich den gravierendsten Schäden an Außenfassaden und Dächern widmen. Dabei sei vor allem der Denkmalschutz der Häuser zu berücksichtigen. Und in noch einem weiteren Punkt sind sich Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen einig: Die Siedlung soll auch weiterhin in städtischem Besitz bleiben.

Einziger Streitpunkt bleiben die mit den Baumaßnahmen einhergehenden steigenden Mietkosten und die Möglichkeit anfallende „Modernisierungskosten“ auf die Mieter umzulegen. Hierüber debattierten Manfred Kuckelkorn (SPD) und Harald Baal (CDU), insbesondere in Bezug auf die Notwendigkeit von bestimmten Baumaßnahmen und eine mögliche Mehrbelastung der Mieter. Die Obergrenze für öffentlichen Wohnraum beträgt 5,75 Euro. Dieser Betrag sollte laut Stadt vollständig von den Mietern beansprucht werden.

Mit erhöhten Mieten ist demnach in jedem Fall zu rechnen. Fortgesetzt wird die Debatte jedoch erst nach den Sommerferien. Dann sollen auch – unter Einbeziehung der Mieter – erste Beschlüsse getroffen werden.

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