Aachen - Kaltschnäuziger Überfall endet vor Landgericht

Kaltschnäuziger Überfall endet vor Landgericht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
11473588.jpg
Spurensicherung: Experten der Kripo untersuchen das zurückgelassene Fahrzeug. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es reichten im Februar 2014 schnelle 180 Sekunden, dann war das renommierte „Studio Küpper“ am Holzgraben 1 um 850.000 Euro ärmer. Eine Bande von vier Juwelen- und Schmuckdieben war nachmittags gegen fünf Uhr mit zwei BMW-Limousinen vorgefahren und hatte Eigner wie Kunden bei diesem Blitzüberfall in Angst und Schrecken versetzt.

Bereits damals war die Polizei sicher, dass es sich um keine Anfänger, sondern um eine gut organisierte Bande handelte. „Das waren Profis“, bekundete der Polizeisprecher am Tag danach. Einer von ihnen, der 34-jährige Zlatko P., steht seit Montag vor der 5. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht und muss sich wegen bandenmäßiger räuberischer Erpressung verantworten.

P. war der Polizei im Juni dieses Jahres ins Netz gegangen, dem Vernehmen nach hatte es nach einer Grenzkontrolle und der folgenden Überprüfung einen DNA-Treffer gegeben, der auf eine Täterschaft in Aachen hinwies. Am Montag wurde vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Roland Klösgen zunächst die Anklageschrift verlesen.

Zufahrt gesperrt

Danach sind die vier Täter am 6. Februar 2014 mit zwei Wagen vorgefahren, einer blieb im Auto sitzen und blockierte die Zufahrt der Ursulinerstraße, so dass kein Verkehr mehr vom Elisenbrunnen in Richtung Büchel fließen konnte. Beide Fahrzeuge seien gestohlen gewesen, der eine bereits Monate vorher in Bonn, der andere in Düsseldorf.

Die drei Täter seien in den Laden gestürmt, darunter eben Slatko P., und hätten mit großem Geschick und absolut planvoll die Ausstellungsvitrinen zerschlagen. Mitgehen ließen die Täter gezielt 104 Luxusuhren aus dem Anbietersegment teurer Firmen wie Breitling, Rolex oder Cartier und Co., Verkaufswert rund 850.000 Euro.

Mit dem Düsseldorfer Fahrzeug, einem silbergrauen 5er BMW, flüchteten die Räuber nach dem Überfall in eine Tiefgarage an der Judengasse, danach verlor sich die Spur der Bande im Nichts. Die Profis hätten völlig diszipliniert und kaltschnäuzig „gearbeitet“, berichtete auch nach dem Überfall der geschockte Ladenbesitzer Günter Frantzen.

Mit einem lauten Pfiff, so die Berichte damals, hätten die Räuber den Coup nach 180 Sekunden beendet und seien dann in dem zweiten Fahrzeug geflüchtet. Im Geschäfts selber sei kein Wort gewechselt worden.

In Prag

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Slatko P. auch an einem Raub im Jahr 2013 in der Prager Innenstadt beteiligt war. Wegen eines gleich gelagerten Deliktes in Zürich war P. bereits im Jahr 2007 zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Prozess wird am 11. Januar ab 9 Uhr im Aachener Landgericht fortgesetzt.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert