Aachen - Kaiserplatzgalerie: Realisierung steht laut Projektmanager nicht in Frage

Kaiserplatzgalerie: Realisierung steht laut Projektmanager nicht in Frage

Von: Christoph Classen
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Noch eine Vision auf bunten Plakaten: die Kaiserplatz-Galerie. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ullrich Mies ging es dann etwas grundsätzlicher an. „Aus unserer Sicht brauchen wir ein neues politisches Systems”, sagt der Mann von der Aachener „Attac”-Gruppe. Und Silvia Szymanski, Autorin und Journalistin, kritisierte: „Die Stadt wird mehr und mehr zu so einer komischen Gaukelvorstellung.”

Beide diskutierten auf einem Podium. Mit dem Leitsatz „Wem gehört die Stadt?” war die Veranstaltung, organisiert von der Partei UWG Bürgerwille und der Bürgerinitiative „Kaiserplatzgalerie? - Nein danke!”, überschrieben. Um letzteres Projekt sollte es auch eigentlich gehen. Und nach rund 90 Minuten eher elementaren Diskutierens gab es dann diese Wortmeldung aus dem Publikum.

„Was kommt jetzt”

Alles was sie bislang gehört habe sei ja „ganz interessant gewesen”, sagte die junge Frau: „Aber für uns als Bewohner des Viertels ist wichtig: Was kommt jetzt?” Und das war wohl die Frage, auf die sich die Mehrheit der gut 70 Zuhörer bei der von Horst Schnitzler, Ratsherr und Sprecher der Bürgerinitiative, moderierten Veranstaltung eine Antwort erhofften.

Für Herbert Dierke ist sie ziemlich eindeutig. Der Projektmanager der Kaiserplatzgalerie saß im Publikum und sagte, dass „im Frühjahr” der Bauantrag eingereicht werde. Dierke räumte ein, dass bislang wenig passiert sei und er erklärte auch warum. „Als wir vor zwei Jahren begonnen haben, war diese Entwicklung nicht abzusehen”, sagte er und meinte damit die Wirtschaftskrise wegen der ein Investor sich vom Projekt verabschiedet habe.

Den Grundstock der Finanzierung des rund 230 Millionen Euro teuren Einkaufspalasts sieht er aber nach wie vor gesichert, „weg gebrochen” sei „nur” eine Summe von 20 Millionen Euro. Dierke zeigte sich optimistisch, dass dafür bald Ersatz gefunden wird. Die Realisierung der Kaiserplatzgalerie stehe nicht in Frage.

Das bezweifelt Christoph Allemand, ebenfalls Sprecher der Bürgerinitiative: „Die Galerie hat nach drei Jahren Stillstand das Viertel schlechter gemacht, nicht besser.” Ein Ende dieser Entwicklung sei nicht absehbar, da dem Investor nach dem Einreichen des Bauantrags 48 Monate zur Realisierung des Projekts zur Verfügung stünden. Lothar Reinhard, glaubt, dass es gar nicht soweit kommt. Der Sprecher der „Mühlheimer Bürgerinitiativen” im dortigen Stadtrat, der einst in Aachen studierte, findet das „gar nicht mal schlecht. Denn die „Kaiserplatzgalerie passt dort nicht hin”.

„Kaufkraft ist begrenzt”

Zudem würden die Innenstadthändler, „dass pulsierende Herz einer Stadt”, durch das Projekt verdrängt. „Und auch die Kaufkraft der Aachener ist begrenzt”, sagte Reinhard. Der Kernfrage sei doch: „Was passiert, wenn nichts passiert?” Seine Ansichten trafen im Publikum durchaus auf Resonanz. Nicht zuletzt gelte es, einen „Plan B” für eine alternative Bebauung zu entwerfen. Antworten auf diese Fragen konnten während der Veranstaltung nicht mehr gefunden werden. Den eigentlichen Zeitrahmen hatte sie da längst weit überschritten.
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