Kaiserplatz: Runder Tisch bringt kaum Konkretes

Von: Oliver Schmetz
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Kaiserplatz
Drogenabhängige am Kaiserplatz: Die Bilder ähneln sich seit vielen Jahren. Jetzt unternimmt abermals ein runder Tisch den Versuch, die Situation für alle Beteiligten zu verbessern. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Etwa 35 Personen sitzen rund 90 Minuten beisammen, referieren, diskutieren, hören einander zu - und heraus kommt wenig Konkretes: So könnte man das Ergebnis der großen Gesprächsrunde am Mittwochabend im Rathaus zu den Themen Suchthilfe, Drogen und Kriminalität in Aachen zusammenfassen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp hatte Vertreter von Polizei, Verbänden, Hilfsorganisationen, Politik und Verwaltung an den runden Tisch gebeten und vorab schon einmal ein „langfristiges Ziel“ formuliert: Ein „besser abgestimmtes Konzept“ im Umgang mit dem „Szene"-Problem rund um den Kaiserplatz müsse her. Denn: „Es hat zwar bisher vielfältige Einzelmaßnahmen gegeben, aber oft auch solche mit wenig Erfolg“, meint Philipp und bekräftigt: „Man muss die Klagen der Bürger ernst nehmen.“

Nimmt man als Maßstab die Bilanz dieses ersten runden Tisches, wie die Stadt sie als Pressemitteilung verfasst hat, dann ist es bis dahin noch ein weiter Weg. Dort ist die Rede davon, dass Einigkeit darin bestand, „dass es keine schnellen Erfolge geben kann“. Außerdem sei man zu der Erkenntnis gekommen, „dass man die Situation intensiver als bisher analysieren“ und insbesondere „die Menschen und die Personengruppen viel differenzierter betrachten muss“ - womit Alkoholabhängige, Obdachlose und Drogensüchtige gemeint sind. Und nicht zuletzt nehme man sich vor, „dass die Bürgerschaft - mehr als bisher - in die Überlegungen einbezogen werden muss“.

Auf Nachfrage erfährt man beim städtischen Presseamt, dass unter anderem intensiv über Details bei der Methadonvergabe gesprochen wurde, dass man ferner auch erste Ideen skizziert habe, wie man die Nachhaltigkeit von Suchthilfe verbessern kann. Weiterhin habe man sich Gedanken über eine Verbesserung der Ordnungspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei gemacht, heißt es. Vor allem müsse man aber noch eine gemeinsame Zielsetzung finden. „Die Frage ist, was wir erreichen wollen“, sagt Hans Poth, Sprecher der Stadt. „Sollen diese Gruppen alle von der Straße weg, oder müssen sich die Bürger mit einer bestimmten Art von öffentlichem Aufenthalt abfinden?"

Dem ersten Gespräch sollen nun weitere folgen, Stadt und Städteregion sollen aber zunächst die erste Runde aufarbeiten. „Danach werden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, auch unter Beteiligung der Bürger“, sagt Poth. Konkrete Themen stünden aber noch nicht fest. „Man ist in dieser ersten Runde noch unheimlich an der Oberfläche geblieben, 90 Minuten waren viel zu wenig Zeit“, sagt der Stadtsprecher.

Was dazu führte, dass mancher „Bürger“ skeptisch aus der Runde hinausging. „Ich habe das nicht sehr positiv gesehen“, kommentiert Volkmar Klein das Gespräch, dem er beigewohnt hat. Er hat im Jahr 2000 wegen der eklatanten Missstände rund um den Kaiserplatz dort eine Bürgerinitiative gegründet. 13 Jahre später vermisst er nach wie vor „konkrete Handlungsansätze“ und sagt: „Wir warten ab, was weiter passiert.“

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