Kaiserplatz: Ordnungsamt greift durch

Von: Robert Esser
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Mühselig: Ordnungskräfte räumten reihenweise Hauseingänge rund um den Kaiserplatz, die von Junkies belagert werden. Foto: Ralf Roeger
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Mühselig: Ordnungskräfte räumten reihenweise Hauseingänge rund um den Kaiserplatz, die von Junkies belagert werden. Foto: Ralf Roeger
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Mühselig: Ordnungskräfte räumten reihenweise Hauseingänge rund um den Kaiserplatz, die von Junkies belagert werden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Bei mehreren Razzien auf dem Kaiserplatz hat das Aachener Ordnungsamt dutzende Platzverweise ausgesprochen und mehrere Personen in Gewahrsam genommen. „Am Wochenende und am Donnerstag waren wir schwerpunktmäßig mit zehn Ordnungskräften vor Ort“, sagte Einsatzleiter Armin Bergstein am Donnerstag auf Anfrage der Aachener Zeitung.

„Die Zustände für Anwohner, Geschäftsleute und Passanten sind teils unerträglich. Wir mussten feststellen, dass vor allem die Beschaffungsprostitution von Drogenabhängigen dort in jüngster Zeit noch einmal erheblich zugenommen hat“, erklärte Ordnungsamtschef Detlev Fröhlke.

Die Auswirkungen im Umfeld sind dramatisch: Bis zu 60 Abhängige lungern vor der Aquis-Plaza-Baustelle zwischen Bauzäunen, auf dem Platz sowie in Hauseingängen von Stiftstraße und Heinrichsallee herum. Tagsüber fühlen sich Geschäftsleute und Passanten belästigt, Anwohner klagen über von Abhängigen belagerte und verdreckte Hauseingänge.

Immer wieder werden Dealer beim Verkauf von Rauschgift auf offener Straße beobachtet, in dunklen Ecken gibt es Sex gegen Bezahlung. „Die meisten Personen kommen dem Platzverweis zunächst nach“, sagt Bergstein. Wer die Anordnungen des Ordnungspersonals ignoriert, wird einkassiert. „Ingewahrsamnahme“ heißt das im Amtsdeutsch.

Die Ordnungskräfte transportieren die Betroffenen dann ins Polizeipräsidium an der Hubert-Wienen-Straße, wo sie nach richterlichem Beschluss in der Haftzelle landen. In der Regel kommen die „Ingewahrsamgenommenen“ aber bereits nach drei bis sechs Stunden wieder auf freien Fuß. Dann fängt das Räuber-und-Gendarm-Spiel am Kaiserplatz von vorne an – was nicht nur für Ordnungsamt und Polizei frustrierend ist.

Polizeisprecherin Sandra Schmitz erklärte am Donnerstag, dass man den Kaiserplatz ebenfalls verstärkt mit Beamten in Uniform und zivilen Kräften im Visier habe. An der jüngsten Razzia des Ordnungsamtes waren Polizeibeamte aber nicht unmittelbar beteiligt.

Fröhlke kündigte an, dass man die Schwerpunktkontrollen auch in den kommenden Tagen und Wochen fortführen werde. Mit insgesamt 24 Außendienstkräften, die sieben Tage die Woche auf zwei Schichten pro Tag und Nacht aufgeteilt werden müssen, ist die Personaldecke allerdings denkbar dünn.

Fröhlke und Bergstein appellieren an die Bevölkerung, die Hilfe des Ordnungsamtes unter der Hotline 432-2801 in Anspruch zu nehmen und bei der Beobachtung von Straftaten die Polizei unter dem Notruf 110 zu alarmieren. Eine nachhaltige Lösung gegen die Verwahrlosung des Kaiserplatzes durch Drogenszene und Alkoholikergruppen ist indes nicht in Sicht.

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