Aachen - Kaiserplatz: „Opfer“ schlägt mit Krücke auf „Täter“ ein

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Kaiserplatz: „Opfer“ schlägt mit Krücke auf „Täter“ ein

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Die Tat ereignete sich am Aachener Kaiserplatz. Foto: Ralf Roeger
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Die Tat ereignete sich am Aachener Kaiserplatz. Foto: Ralf Roeger
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Die Tat ereignete sich am Aachener Kaiserplatz. Foto: Ralf Roeger
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Die Tat ereignete sich am Aachener Kaiserplatz. Foto: Ralf Roeger
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Die Tat ereignete sich am Aachener Kaiserplatz. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Manchmal erscheinen die Dinge in einem völlig anderen Licht, als man es vorher angenommen hatte. Diese Erfahrung machten jetzt mal wieder die Ermittler der Aachener Kriminalpolizei. Denn die Bluttat am Montagabend kurz nach 19 Uhr am Kaiserplatz hat – wie sich nun herausgestellt hat – eine ziemlich eigentümliche Vorgeschichte.

Und am Ende des Ganzen steht, dass das vermeintliche Opfer letztlich gar kein Opfer war – und der vermeintliche Täter kein Täter. Denn die Ermittlungen der Mordkommission inklusive der Anhörung einiger Zeugen haben laut Jost Schützeberg, Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, ein ganz anderes Bild gezeichnet. Und das sieht so aus: Am Montagabend waren demnach zunächst einmal ein 36 Jahre alter und ein 43 Jahre alter Mann am Kaiserplatz in Streit geraten. Beide Männer gehören laut Staatsanwaltschaft der aus Alkohol- und Drogenabhängigen bestehenden „Kaiserplatz-Szene“ an. Und so soll es den jetzigen Erkenntnissen nach bei dem Zoff auch um ein Drogengeschäft gegangen sein, sagt Schützeberg.

Beide mit Messer bewaffnet

Der 36-Jährige ist den Ermittlungen zufolge auf eine Krücke angewiesen. Laut Zeugen nahm der 43-Jährige im Laufe des Streits schließlich seinem Kontrahenten die Krücke weg und schlug damit auf ihn ein. Doch damit nicht genug. Ebenso sagten die Zeugen aus, dass der 43-Jährige schließlich ein Messer gezückt habe. Um sich zu verteidigen, tat dies dann auch der 36-Jährige. Bei der Auseinandersetzung erlitt schließlich der ursprüngliche Angreifer unter anderem einen Stich in den Bauchbereich und wurde dadurch lebensgefährlich verletzt.

Der 36-Jährige hatte sich zunächst vom Ort des Geschehens entfernt, war aber kurze Zeit später festgenommen worden. Um den Schwerverletzten kümmerten sich Notarzt und Rettungssanitäter, bevor er ins Klinikum gebracht wurde. Dort wurde der Mann laut Jost Schützeberg notoperiert. Am Dienstagnachmittag hatte sich sein Zustand stabilisiert.

Aufgrund der bei den Ermittlungen zutage getretenen Erkenntnisse beantragte die Staatsanwaltschaft keinen Haftbefehl gegen den 36-Jährigen. „Das ist als Notwehrhandlung einzustufen“, so Schützeberg. Stattdessen wurden Ermittlungen gegen den 43-Jährigen aufgenommen – aufgrund der Attacke mit der Krücke wegen gefährlicher Körperverletzung. Gegen beide wird wiederum wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

Ruhig geworden ist es indes in Bezug auf die Gesamtsituation am Kaiserplatz und mögliche Maßnahmen dagegen. Näheres war bei der Stadt zum Stand der Dinge am Dienstag nicht in Erfahrung zu bringen. „Auf jeden Fall ist es so, dass der Kaiserplatz nach wie vor ein Schwerpunkt für das Ordnungsamt ist“, so Rita Klösges vom städtischen Presseamt. „Es gibt dort regelmäßig Kontrollen“, so Klösges.

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