Aachen - Kaiserplatz: Noch mehr Zeit für Monopoly

Kaiserplatz: Noch mehr Zeit für Monopoly

Von: Oliver Schmetz
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Um einige Grundstücke an der
Um einige Grundstücke an der Trümmerwüste wird weiter geschachert: Die Stadt will den neuen Investoren für die Kaiserplatz-Galerie eine neue Frist bis zum 30. Juni einräumen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Während in der unteren Adalbertstraße ein Geschäft nach dem anderen abwandert oder zugrunde geht, erhalten die potenziellen neuen Investoren für das Großprojekt Kaiserplatz-Galerie von der Stadt abermals eine neue Frist.

Nach AZ-Informationen soll der Kölner Strabag und dem Unternehmen ECE aus Hamburg, nationaler Branchenriese in Sachen Einkaufzentren, Aufschub bis zum 30. Juni gewährt werden, um das seit Jahren stockende Vorhaben im Schatten von St. Adalbert in trockene Tücher zu wickeln.

Langes Warten auf Notarvertrag

Denn der Notarvertrag, dessen Besiegelung unter anderem auf dem AZ-Forum zur Kaiserplatz-Galerie für die zweite März-Hälfte versprochen worden war, ist immer noch nicht unterschrieben. Wie berichtet, wollen Strabag und ECE von der Aachener Projektentwicklungsgesellschaft Adalbertstraße (PEA) das 250-Millionen-Projekt übernehmen - inklusive der über 50 Grundstücke, die die Gesellschaft an Adalbertstraße, Adalbertsberg, Beeckstraße und Harscampstraße für die riesige Galerie erworben hat. Und genau da hakt es dem Vernehmen nach noch.

Bei mehreren Grundstücken sind demnach noch nicht alle Fragen geklärt, unter anderem auch bei dem ehemaligen Philipp-Leisten-Areal Ecke Adalbertstraße/Adalbertsberg. Dies haben die bisherigen Besitzer laut PEA bislang nur in Erbpacht überlassen, doch wollen die neuen Investoren das Grundstück besitzen. Darüber wird derzeit verhandelt, und dabei geht es nach AZ-Informationen nicht nur um Geld, sondern auch um andere Grundstücke auf der anderen Seite der Adalbertstraße.

Auch Tauschgeschäfte sollen dabei im Gespräch sein. Es ist wohl wie beim Monopoly, nach dem Motto „Gibst Du mir die Straße, dann bekommst du diese” - bloß dass es sich nicht um ein Spiel, sondern um ganz reale Grundstücke an einer ganz echten Trümmerwüste mitten in der Aachener Innenstadt handelt.

Und für dieses Monopoly will die Stadt nun - in Absprache mit den Fraktionschefs - erneut mehr Zeit gewähren, auch wenn dies offiziell niemand bestätigt. „Wir haben uns im Verwaltungsvorstand darauf verständigt, keine öffentlichen Kommentare zur aktuellen Entwicklung in Sachen Kaiserplatz-Galerie abzugeben”, sagt Planungsdezernentin Gisela Nacken auf AZ-Anfrage. Diese Zurückhaltung verwundert nicht. Schließlich hatte der Oberbürgermeister höchstpersönlich Anfang März gemeinsam mit der PEA die Öffentlichkeit über den „Deal” mit den neuen Investoren informiert. Doch der ist auch heute noch nicht perfekt, obgleich die Stadt eine Frist bis zum 31. März gesetzt und mit einer Änderung des Bebauungsplans gedroht hatte.

Eine leere Drohung? Aus Kreisen der Politik ist zu hören, dass die neuen Investoren bei ihrer Vorstellungsrunde in den Fraktionen zwar einen kompetenten und wirtschaftlich potenten Eindruck gemacht, aber auch keinen Zweifel daran gelassen haben, dass sie das Projekt zu ihren Konditionen realisieren wollen. Dazu gehört neben den im Vorvertrag fixierten Grundstücksfragen auch der Bau eines zweiten Kaufhauses zwischen Adalbertsberg und Harscampstraße, mit dem sich das Gesamtvolumen des Projekts so langsam in Richtung 300 Millionen Euro bewegen dürfte.

Dort könnte, wie berichtet, Peek & Cloppenburg einziehen - das Bekleidungshaus, das einst als Ankermieter für die Galerie genannt worden war. Dem Vernehmen nach wird derzeit auch erwogen, dass P & C aus Platzgründen dort und in die Galerie einzieht. Denn die beiden Gebäude werden wohl baulich miteinander verschmelzen, auch wenn sie aus genehmigungstechnischen Gründen als getrennte Maßnahmen realisiert werden sollen. Wenn sie denn realisiert werden.

Denn falls es für diese Pläne in Aachen deutlichen Gegenwind gibt, könnten die neuen Investoren auch wieder verschwinden. Zumindest die Strabag hatte zuletzt gegenüber der AZ signalisiert, dass man „auch Nein sagen” könne.
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