Kaiserplatz-Galerie: Geschäftsleute fordern klare Aussagen

Von: Matthias Hinrichs und Oliver Schmetz
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Noch rollen nur Busse und Pkw am Kaiserplatz: Spätestens Anfang März, betonen die Planer jetzt, sollen die Bagger zwecks Realisierung des Galerie-Projekts anrücken. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Kaiserplatz rücken die Bagger an - diese Meldung ist allerdings inzwischen knapp zweieinhalb Jahre alt. Seit das alte Gloria-Kino im Sommer 2007 abgerissen wurde, ist das gigantische Einkaufszentrum namens Kaiserplatz-Galerie auf der 15.000 Quadratmeter großen Brache im Schatten von St. Adalbert allenfalls in Gestalt eines zunehmend verwitterten Werbeplakats zu bewundern.

Dennoch: Bei dem Projekt sei der Lack keineswegs ab - im Gegenteil, betont der Initiator des Vorhabens, Professor Hans Kahlen. Zwar hatte Kahlen noch im August signalisiert: Spätestens im November - also jetzt - sollten weitere Abrissarbeiten starten. „Mit Rücksicht auf den Einzelhandel haben wir aber beschlossen, die Bagger nicht vor Weihnachten rollen zu lassen, sondern spätestens Anfang März”, sagte er am Dienstag. Bis dahin werde man den Bauantrag definitiv einreichen.

Förmlich herbeigesehnt wird dieser Moment von den Geschäftsleuten in der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Kleine Adalbertstraße. Zumal sie seit geraumer Zeit auf das Projekt warten, das von der Politik bereits im Februar grünes Licht erhielt.

13 Leerstände auf 200 Metern

„Es tut sich wirklich nichts”, sagt Thomas Geyer, Inhaber eines Fotogeschäfts, „wir erwarten jetzt eine ehrliche Aussage.” Und auch Optiker Rolf Heiliger, wie Geyer im Vorstand der ISG, will „endlich Klarheit, damit die negative Stimmung hier verschwindet”.

Dass den Einzelhändlern das Wasser bis zum Hals steht, belegt ein Blick auf die Leerstände: Auf den 200 Metern zwischen Kugelbrunnen und St. Adalbert sind 13 Ladenlokale verwaist. „Erhebliche Umsatzverluste” und eine „dramatische Abnahme der Passantenströme” konstatiert ISG-Sprecher Oliver Mohr. „Zorn und Unmut unter den Geschäftsleuten sind groß”, sagt er und vermutet, dass Kahlen dies am 1. Dezember zu hören bekommen wird. Dann ist die Jahreshauptversammlung der ISG, deren Mitglied auch Kahlen ist. Mohr: „Dann muss er Ross und Reiter und einen konkreten Zeitplan nennen.”

Baudezernentin Gisela Nacken unterstreicht derweil für die Stadt, dass weitere Abrissgenehmigungen nicht erteilt würden, bevor der Bauantrag vorliege. Und fügt mit Nachdruck an: „Ich bin sicher, dass die Galerie kommen wird.” Es bestehe kein Anlass, über Alternativen zu spekulieren: „Das Projekt wird realisiert. Schließlich haben wir es mit einer 1a-Lage zu tun.”

Dagegen fordert Christoph Allemand von der Bürgerinitiative „Kaiserplatz-Galerie ja - aber anders”, die Stadt müsse „endlich einen Plan B vorlegen, falls das Projekt scheitert”. Davon will freilich auch Kahlen nichts wissen. „Wir sind ganz kurz davor, unser Ziel zu erreichen”, sagt er. Zurzeit würden Gespräche mit potenziellen Geldgebern geführt.

Früher sei es möglich gewesen, ein Projekt in dieser Größenordnung mit zwei oder drei starken Partnern zu finanzieren - rund 228 Millionen Euro sind für den Bau des Einkaufskomplexes veranschlagt. „Derzeit aber geben die Banken wegen der Finanzkrise keine Kredite mehr, die jenseits der 30-Millionen-Euro-Marke liegen.”

Dennoch gehe er davon aus, dass die Realisierung trotz neuerlicher Verzögerung innerhalb des geplanten Zeitrahmens erfolge. Auch die Vermietungsquote belaufe sich nunmehr auf etwa 40 Prozent; vor rund drei Monaten waren laut Kahlen 28 Prozent der Flächen reserviert.
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