Kaiserplatz-Galerie: Der Abriss geht weiter

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
5013884.jpg
Erst rücken Archäologen an, dann Abrissbagger: Ende 2013 soll die Baugrube für die Kaiserplatz-Galerie ausgehoben sein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nach jahrelangen Verzögerungen klingt der Zeitplan nun denkbar knapp: Erst im Frühjahr 2014 wollen ECE und Strabag das Fundament der Kaiserplatz-Galerie gießen. Gut anderthalb Jahre später soll alles fertig sein. Anwohner und Verkehrsteilnehmer müssen aber schon früher mit Schmutz, Lärm und Umleitungen rechnen.

Bis zum Sommer sollen – abgesehen von einer einzigen denkmalgeschützten Fassade – die letzten Häuser auf dem riesigen Gelände zwischen Adalbertstraße, Harscampstraße und Kaiserplatz abgerissen werden. Dann könnte mit dem Aushub der Baugrube für den 290 Millionen Euro teuren Einkaufspalast begonnen werden – falls die Archäologie Planern und Investoren nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht.

Auf drei bis vier Monate hat ECE-Projektdirektor Jürgen Reimann am Montag in Aachen die Dauer der archäologischen Untersuchungen geschätzt. Parallel will man da, wo die Archäologen gerade nicht den Boden sieben, mit großem Gerät die Baugrube vorbereiten.

Die Koordination liegt in den Händen von Heike Baumewerd-Schmidt. Und die Archäologin erklärte am Montag auf AZ-Anfrage, dass die Untersuchungen zwar im März beginnen – aber sicher bis zum Jahresende dauern. „Bei früheren Grabungen sind bereits Funde gemacht worden, die ins 9. Jahrhundert zurückreichen“, sagte sie. Erwartet werden weitere Treffer – zumal die Experten auch die Erde unter den Kellern der Gebäude, die erst noch niedergerissen werden müssen, unter die Lupe nehmen.

ECE-Projektdirektor Reimann und Strabag-Manager Rainer Maria Schäfer beteuerten, die Kaiserplatz-Galerie werde Ende 2015 Eröffnung feiern. So könnten in bis zu 130 Shops mit 29 230 Quadratmetern Verkaufsfläche auf vier Ebenen rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft die Kassen klingeln. Und dies wahrscheinlich hinter einer Fassade, die weit weniger Glasflächen als in den ursprünglichen Entwürfen aufweist. ECE und Strabag haben zuletzt in Koblenz ein Einkaufszentrum hochgezogen: Das „Forum Mittelrhein“ mit 20.000 Quadratmetern kostete rund 150 Millionen Euro; Bauzeit: zwei Jahre.

Schäfer wies Befürchtungen zurück, die Kaiserplatz-Galerie binde so viel Kundschaft und Kaufkraft, dass dem Aachener Einzelhandel anderswo extreme Einbußen bevorstehen. „Tatsache ist doch, dass Aachen durch den jahrelangen Stillstand in Sachen Kaiserplatz-Galerie Schaden genommen hat“, sagte Schäfer. „Wenn die Galerie steht, wird auch im Umfeld wieder investiert. Sie ist der Auslöser dafür, dass die Einkaufsstadt insgesamt an Attraktivität gewinnt.“

Dies beflügele zudem das Strabag-Projekt „Bel Etage“ am Büchel. Den Abriss des maroden Parkhauses wolle er 2014 angehen, kündigte Schäfer an. Derzeit überlegt man, ob in die „Bel Etage“ außer Hotel und Einzelhandel auch Ausgleichswohnraum für die zum Bau der Kaiserplatz-Galerie niedergerissenen Wohnhäuser integriert werden kann. 3000 Quadratmeter neuen Wohnraum hatte sich die Stadt bereits von den Einkaufscenter-Investoren zusagen lassen. Für weitere Abrisse wollen ECE und Strabag 900 Quadratmeter drauflegen. Der Stadt ist das – noch – zu wenig.

Schäfer und Reimann betonten, dass man während der Bauphasen vor allem die Anwohner im Blick habe. „Wir werden unsere Nachbarn immer intensiv informieren, damit keiner Frust schiebt gegen uns“, sagte Reimann. Dabei gehe es zum Beispiel um Informationen zum Baufortschritt, die Verlegung von Bushaltestellen, Straßensperrungen, um Baulärm, Lkw-Zufahrten, die Position der Baukräne, die Arbeitszeiten auf der Großbaustelle und mögliche Wochenend-Schichten. Denn die Zeit ist knapp.

Leserkommentare

Leserkommentare (21)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert