Kaiserplatz bleibt Konfliktherd

Von: Matthias Hinrichs
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Brennpunkt Kaiserplatz: Vertreter der Anwohner und Geschäftsleute werfen der Politik vor, trotz der Eröffnung des Aquis Plaza nichts gegen die Zustände zu tun. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Das nagelneue Großkaufhaus neben St. Adalbert erfreut sich größter Beliebtheit bei den Konsumenten legaler Waren (fast) aller Art. Zwischen Willy-Brandt-Platz und Reiterdenkmal aber hängt der Haussegen weiter mächtig schief.

Die Bürgerinitiative Kaiserplatz prangert die Zustände in Sachen Drogenszene und Prostitution einmal mehr mit geharnischten Attacken gegen die Politik an. Nach dem Oberbürgermeister sind nun auch und vor allem die Fraktionschefs von CDU und SPD im Rat, Harald Baal und Michael Servos in den Fokus heftiger Verbalattacken geraten.

Seit eineinhalb Jahren bereits herrsche absolute „Funkstille“ zwischen den Vertretern der Anwohner und Geschäftsleute im Viertel, wettert der Vorsitzende der Initiative, Volkmar Klein, in einem Schreiben an die führenden Repräsentanten der großen Ratskoalition, das der AZ vorliegt. Mehrfach habe der Vereinsvorstand die Politiker wegen dringenden Gesprächsbedarfs im Hinblick auf die nach wie vor katastrophalen Zustände im Umfeld der „Szene“ angeschrieben. Trotz der Eröffnung des Aquis Plaza habe sich die Situation keineswegs verbessert.

„Gerade sind drei neue Bänke aufgestellt worden“, erklärte Kleins Stellvertreter Herbert Joka am Donnerstag. „Und die sind prompt von Junkies und Trinkern okkupiert worden.“ Schweres Geschütz fährt Klein beinahe in jeder Zeile seines umfänglichen Beschwerdebriefs auf. „Das Wesen des Wortes ,politisches Mandat‘ scheinen Sie bedauerlicherweise (. . .) nicht mehr im eigentlichen Sinne entsprechend zu verstehen, denn sonst würden Sie nicht anderthalb Jahre auf ,kommunikative Tauchstation‘ gehen“, schreibt er.

Harald Baal war für eine Stellungnahme am Donnerstag nicht erreichbar. Michael Servos wies die Vorwürfe mit Nachdruck zurück. Er kenne das Schreiben nur aus dem Internet, betonte er. „Mich hat bislang kein solcher Brief erreicht.“ In der Tat habe die Initiative ihn kurz nach der jüngsten Kommunalwahl um einen Gesprächstermin ersucht – er habe seinerzeit auch geantwortet und um etwas Zeit gebeten.

Seither aber sei er von Klein und dessen Mitstreitern nicht mehr kontaktiert worden. Jedenfalls nicht direkt. „Auf der Homepage der Initiative bin ich stattdessen immer wieder persönlich, teils in beleidigender Weise, angegriffen worden“, sagte er. Deshalb habe er keine Veranlassung gesehen, von sich aus einen Termin zu vereinbaren. Servos: „Ich bin ständig im Kontakt mit etlichen Bürgerinitiativen. Von der Sache her habe ich natürlich auch Verständnis für das Anliegen der Bürger am Kaiserplatz, aber der Stil einiger führender Vertreter der Initiative ist für mich nicht akzeptabel.“ Zumal die Stadt im Hinblick auf die Drogenszene keine entscheidenden Weichen mehr stellen könne – das sei nun einmal Sache der Städteregion.

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