Kaiserliche Skulpturen: Ottmar Hörl zeigt Prototypen

Von: mh
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So soll er aussehen, der kleine Karl: Künstler Ottmar Hörl präsentierte am Freitag persönlich die „Prototypen“ seines geplanten „Massen-Events“ mit 500 kaiserlichen Skulpturen auf dem Katschhof. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Jetzt ist die Katze, pardon: Karl persönlich, aus dem Sack. Genauer gesagt: Der große Kaiser im Kleinformat ist Freitag dem Kofferraum seines Schöpfers Ottmar Hörl entschlüpft. Dass die rund einen Meter hohen Kunststoff-Skulpturen des Frankenherrschers im April in 500-facher Ausführung auf dem Katschhof zu bewundern sein werden – davon sind die städtischen Marketingstrategen angesichts von bereits 350 „Vorbestellungen“ längst überzeugt.

In Haus Löwenstein präsentierte der bekannte Künstler aus Wertheim folglich die ersten Gipsabdrücke zum kreativen Coup in Sachen Karolinger. Viele Studien habe er betrieben, um sich dem authentischen Bild des Kaisers zu nähern, erklärte Hörl – wenn man mal von der schieren physischen Größe absieht. So sei Karl der Kleine ins typische Tuch seiner Zeit gehüllt. Den klassischen Harnisch, wie er seinen bronzenen Bruder auf dem Marktbrunnen schmückt, habe seine Epoche noch gar nicht gekannt, unterstrich der Künstler. Selbstverständlich zieren aber die berühmte Herrscherkrone nebst Schwert und Reichsapfel Karls bärtiges Haupt.

Ob der fürstliche Prototyp indes das Zeug hat, die Kritiker einer „kommerzialisierten Karlsverzwergung“ zum 1200. Todesjahr des Stadtpatrons verstummen zu lassen – die Frage lässt Hörl kalt: „Allenfalls wenn ich viel mehr als die geplanten 500 Exemplare verkaufen würde, würde ich Gewinn machen.“ Ihn interessiere nichts als die Figur und die Wirkung der Legion der Miniskulpturen auf Otto Normalbürger, der mit dem Kunstbetrieb an sich wenig am Hut habe. Hörl: „Geld ist mir da völlig egal. Ich bin schon reich.“

Letzteres gilt für die Kaiserstadt freilich so gar nicht. Weshalb deren Vertreter nochmals betonten, dass für die Präsentation auf dem Katschhof kein Cent aus Kämmerins Kassen fließt. Bis 20. Dezember müssen somit mindestens weitere 150 „Karle“ von den Aachenern bestellt werden, damit das Projekt realisiert werden kann. Nun, da Karl der Neue sich erstmals vorgestellt hat, dürfte das ein Kinderspiel werden, meinte Werner Schlösser, Chef des Aachen Tourist Service.

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