Aachen - Kaiser Karl im „Drama-Dok“: „Ein schnodderiger Frauenheld“

Kaiser Karl im „Drama-Dok“: „Ein schnodderiger Frauenheld“

Von: vab
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Aachen. „Wir wollten Karl vom Sockel der Heldenverehrung stoßen, auf dem er leicht verstaubt gestanden hat. Zeigen, dass er ein Mann aus Fleisch und Blut war.“ Bernd Wiltig von der Kölner Taglicht Media Film- & Fernsehproduktion hat damit ein anderes Bild von Karl dem Großen, als so mancher Aachener.

Der Produzent hat für 2,6 Millionen Euro ein Monumentalwerk über den Kaiser geschaffen. „Drama-Dok“ heißt das Genre des Films. „85 Prozent sind reine Spielszenen“, erzählt Wiltig. Der Rest wird wie in einer Dokumentation kommentiert.

„Als ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, war ich enttäuscht“, gibt Wolfgang Rombey, Kulturdezernent der Stadt zu. „Ich hatte ein anderes Karlsbild, ehrfürchtig und wunderbar. Im Film dagegen erlebt man einen schnodderigen Frauenhelden.“ Dann aber habe er festgestellt, dass es falsch sei, Kaiser Karl zu verherrlichen. „Karl, das sind eben nicht nur Devotionalien und Abbildungen, die in Museen gezeigt werden, sondern auch Bilder des Mannes, der 50 000 Kilometer im Sattel gesessen hat und Krieg geführt hat, um ein Reich mit europäischer Dimension zu schaffen.“ Der Film soll also die Ausstellungen Karlsjahres 2014 (1200. Todestag des Kaisers) vervollständigen. „Im Zusammenspiel von Film und Ausstellungen wird Karl viel lebendiger“, findet Rombey.

Umgesewerden konnte der Film gemeinsam mit dem WDR und dem österreichischen „Servus TV“. Die Filmförderung Südtirol ist neben dem Filmfonds Wien und der Film- und Medienstiftung NRW größter Förderer des Projekts. „Neben Aachen haben wir auch viel in Südtirol gedreht“, erklärt Produzent Wiltig. Unter anderem flog dabei im Februar 2012 ein kleiner Hubschrauber durch den Dom, der beeindruckende Aufnahmen lieferte.

Der Film feiert seine Weltpremiere am 15. April für geladene Gäste im Cinekarree, am 16. April wird er den ganzen Tag lang alle dreißig Minuten in allen Sälen des Kinos gezeigt. „Sich den Film im Kino anzusehen lohnt sich wegen der Qualität, in der wir gedreht haben, durchaus“, sagt Wiltig. Dort werde eine 90-Minuten-Fassung gezeigt, es gibt aber auch eine dreistündige Fassung, die im Fernsehen zu sehen sein wird.

Karten sind ab Montag, 18. März, auf www.cineplex.de erhältlich, Gruppen können sich unter info@cineplex-aachen.de anmelden. Im Fernsehen wird der Film am 1. Mai um 18 Uhr in der ARD gezeigt (90-minütige Fassung) und am 20. April um 20.15 Uhr auf Arte (dreistündige Fassung). Karten kosten 2,50 Euro..

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