Aachen - Kaiser Karl holt bei Babynamen kräftig auf

Kaiser Karl holt bei Babynamen kräftig auf

Von: Robert Esser
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Geburtenzahl
Die meisten Mädchen, die in Aachen geboren werden, heißen Marie. Foto: dpa

Aachen. Ausgespuckt aus dem großen Bauch, erblickt er (wieder) das Licht der Welt. Im Alten Testament schlüpft Jonas aus dem Wal an den Strand, im Aachener Standesamt landet sein Name (der „Taube” bedeutet) im Jahr 2010 auf Platz 1 der Beliebtheitsskala.

Damit unterscheiden sich die Vorlieben kaiserstädtischer Eltern deutlich vom bundesweiten Trend. In Deutschland waren Leon und Mia vergangenes Jahr die beliebtesten Vornamen, die Eltern ihren Neugeborenen schenkten. Im Westzipfel liegen hingegen Aufsteiger Jonas (32 Babys) und Dauerspitzenreiterin Marie mit rekordverdächtigen 62 Namengebungen vorne.

„Dass Marie und Sophie bei den Mädchen seit Jahren ganz oben rangieren, liegt auch daran, dass sie oft in Doppelnamen integriert sind”, erklärt der Leiter des hiesigen Standesamtes, Lothar Linden. Danach folgen Maria (35), Anna (24) und auf Platz 5 die höchste Öcher Neueinsteigerin - Luisa (23).

Bei den Jungen liegt Maximilian (29) auf Platz 2, gefolgt von - wiederum alt-testamentarisch - Noah (27), David sowie Paul (beide 26). Hoch im Kurs stehen weiterhin - anders als in den TV-Schmuddeltalkshows - nicht die Justins, Dustins, Cindys und Mandys dieser Republik, sondern wahrhaft traditionelle Namen: wie Katharina, Emma, Charlotte, Clara und Greta; oder wie Julian, Alexander, Elias und Emil.

Eine wahre Renaissance erlebt - namenstechnisch - Kaiser Karl. Einsilbig dümpelte er ewig auf den hinteren Plätzen der Beliebtheitsskala. 2009 wählte ihn nur ein Elternpaar, doch 2010 gibt es fast ein Dutzend neue Söhne namens Karl. „Das hat uns überrascht - und sehr gefreut”, sagt Linden. Damit schließt Karl zum meistgenannten türkischen Vornamen auf: Can - was so viel wie „Leben” heißt - erscheint ebenfalls zehn Mal in der Aachener Statistik. Insgesamt registrierte das Standesamt Aachen vergangenes Jahr 2596 Geburten - zwölf weniger als 2009. Keine Spur von Babyboom.

Aber der könnte ja noch kommen. Denn seit 2006 steigt die Zahl der Eheschließungen in Aachen stetig: von 1125 vor fünf Jahren auf 1275 (plus 22 Lebenspartnerschaften) im Jahr 2010. „Wir stellen fest, dass sogar ehemalige Studenten wieder nach Aachen zurückkehren, um hier zu heiraten”, sagt Linden. Zurück zu den Wurzeln also - ganz ähnlich wie im Alten Testament.
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