Kaiser Karl findet sein Lachen wieder

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Kamelle fürs Volk: Märchenprinz Paul II. Wilhelmi wird auf einer Sänfte in den Saal getragen. Foto: Andreas Steindl
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Geschenke für den „kranken Karl“ (Rodin Aksakal): Miez (Willa Möhlendick) und Anton (Jannis Keller) wollen den Kaiser aufheitern.

Aachen. Magische Anziehungskraft hatte die Proklamationsfeier des nun 62. Aachener Märchenprinzen Paul II. Wilhelmi (10). Unter den Besuchern im voll besetzten Europasaal hatte sich alles, was im gesellschaftlichen Leben Rang und Namen hat, eingefunden. Verständlich, denn wer diese eineinhalb Stunden miterlebt hat, weiß spätestens jetzt, warum andere Städte Aachen um den Kinderkarneval beneiden.

Mit einer großartigen Inszenierung bereitete die Städtische Katholische Grundschule Passstraße die Thronbesteigung für den Märchenprinzen vor. „Der kranke Karl“ hieß das Stück, das durch Tanzeinlagen etlicher Kindertanzgruppen der Karnevalsvereine bereichert wurde. Es waren anmutige und tanzsportlich hervorragende Darbietungen der Kinder, die das historische Geschehen noch spannender werden ließen.

Worum ging es? „Die kaiserliche Hoheit“ Karl der Große (Rodin Aksakal) lag deprimiert in Kissen versenkt auf seinem Kaiserthron. Die musikalische Untermalung mit „Ich will nach Aix-la-Chapelle zurück“ ließ ahnen, was dem Kaiser fehlte. Vor den Augen der Zuschauer lief im Zeitraffer das bisherige Leben des Kaisers ab, der sich in der Pfalz seiner Lieblingsstadt Aachen mit einer anrührenden Szene krönen ließ. Aber er bleibt traurig.

Da kommen Miez (Willa Möhlendick) und Anton (Jannis Keller) ins Spiel. Sie finden es furchtbar, einen traurigen Kaiser zu haben, wollen helfen und laden ihn zu einem Stadtbummel ein. „Donnerwetter, das Ding habe ich gebaut?“ sagt Karl erstaunt, als sie ihm den Dom zeigen. Und wer sich unter den Zuschauern der Schönheit Aachens nur selten bewusst wurde, lernte nun bei diesem Bummel die reiche Geschichte, die klugen Marktfrauen, die schönen Menschen und Brunnen kennen, die den Kaiser wieder neugierig werden lassen.

Das Lachen aber lernt er erst bei einem fröhlichen Kinderzug mit kostümierten und Klömpchere werfenden Öcher Kengern. Miez und Anton erhielten für das Aufheitern Karls die versprochenen 1000 Goldtaler, die sie großzügig an das Publikum verteilten.

„War das Spiel nicht spitze?“, begeisterte sich Moderator Wolfgang Radermacher. Aufbrandender Applaus folgte. Hereingespielt vom Jugendmusikzug Hahn, begleitet von den Symbolfiguren Miez und Anton, 13 Ex-Märchenprinzen und der Kinderprinzengarde trugen Oecher Störmer Paul II. in einer Sänfte herein. Hier verliehen ihm Prinz Bernd I. die Kette, Wilm Lürken die Mütze und OB Marcel Philipp das Zepter. „Ich bin glücklich, mit einem so tollen Märchenprinzen an der Seite das närrische Volk zu regieren“, so Prinz Bernd I. Das Motto des Märchenprinzen lautet: „Vür Kenger fiere jeck än bonk met Karl öm singe Eäzekomp.“

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