Kaiser-Friedich-Park: Ein Denkmal wird aufpoliert

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Der Kahnweiher im Kaiser-Friedrich-Park mit Alpengarten um 1925. Foto: Stadtarchiv Aachen/Aufnahme: Otto Petermann
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Ein Bereich im Kaiser-Friedrich-Park mit Brücke, die Sichtachse gibt den Blick auf den Weiher frei. Diese Aufnahme entstand um 1925. Foto: Stadtarchiv Aachen/Aufnahme: Hasse

Aachen. „Wissen Sie, Bäume faszinieren mich.“ Dr. Eckhard Schulz blickt am Stamm einer Eiche empor. „Rund 150 Jahre würde ich schätzen. Toll! So etwas findet man nicht mehr oft.“ Dieser Baum existierte bereits, bevor der Kaiser-Friedrich-Park zwischen 1908 und 1910 nach Plänen des Aachener Stadtgartendirektors Weßberge angelegt wurde. „Lassen Sie uns weitergehen.“

Der Kaiser-Friedich-Park ist an diesem Morgen noch wenig besucht. Einige Jogger drehen ihre Runden, Mütter schieben einen Kinderwagen am Hangeweiher entlang. Eine Enten-Familie watschelt über die noch taunasse Wiese. „Dieser Park ist besonders. Generationen treffen sich hier. Sonntags müssten Sie das mal sehen, da ist hier jede Menge los.“

Ein Weg, der in den nächsten Wochen erneuert wird. Auf Schulz‘ Engagement hin wird mit einer Sanierung der Parkanlage begonnen. In Abstimmung mit ihm als Sponsor haben der Fachbereich Umwelt, die Grünplanung und der Aachener Stadtbetrieb mit dem Landschaftsarchitektenbüro 3+ Freiraumplaner als koordinierende Stelle ein Maßnahmenpaket geplant. Ziel ist es, das historische Gartendenkmal wieder in Annäherung an seine ursprüngliche Gestaltung herzurichten. Um dies zu gewährleisten, sind auch der Denkmalschutz und der Landschaftsverband Rheinland eingebunden.

Das Maßnahmenpaket sieht unter anderem vor, Wege zu überarbeiten, Bänke zu erneuern und Grasnarben zu entfernen. Insgesamt sollen rund 250.000 Euro investiert werden. Der Rat der Stadt Aachen hatte im Dezember 2015 einem entsprechenden Sponsorenvertrag zugestimmt. Unterteilt wird die Sanierung in zwei bis drei Bauabschnitte, erläutert Karen Roß-Kark vom Fachbereich Umwelt. Zu Beginn werden die Asphaltdeckschichten erneuert, Randsteine neu gesetzt und Entwässerungsrinnen eingebaut.

Später folgen die wassergebundenen Wegedecken im Umfeld des Hangeweihers. Diese werden in zwei Abschnitten saniert, damit zumindest eine Seite des Sees während der Arbeiten begehbar bleibt. „Die wassergebundene Wegedecke muss immer eine Weile liegen, bis sie betreten werden darf, da sie mehrmals abgewalzt und gewässert werden muss, bevor sie trittfest ist“, wirbt Roß-Kark auch für das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger. Mit der Überarbeitung der Wege wird auch eine rollstuhlgerechte Fahrmöglichkeit wieder hergestellt.

Zum Ende dieser Woche wird die Baustelle eingerichtet. Unter anderem wird ein Baucontainer im Bereich des Bootshauses aufgestellt. Beginnen werden die Arbeiten im Bereich des Zulaufs des Paubachs mit der Bearbeitung der Asphaltwege und der Seitenwege am oberen Eingang. Im Anschluss wird der westliche Weg gesperrt und ausgebaut. Später folgt der Weg entlang des Sees zu der Aussichtsterrasse. Die Terrassen sind in diesem Spätsommer noch nutzbar, werden später unter anderem mit neuen Staudenpflanzen aufgewertet. Bis Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Am oberen Eingang, dort, wo nun auch die Wegesanierung beginnt, hat der Aachener Stadtbetrieb bereits Pflegearbeiten vorgenommen. „Erste Sichtachsen haben wir hier freigeschnitten“, sagt Anette Sommer, Teamleiterin Nord-West der Grünflächenpflege des Stadtbetriebs. So kann der Blick von der Eingangsallee zwischen den Straßen Am Hangeweiher und Kaiser-Friedrich-Allee ungehindert bis zur anderen Seite der Anlage gleiten.

„Diese Sichtachse war bereits bei der Konzeption des Parks vorgesehen“, erzählt Sommer. Schon mit dieser Maßnahme nähert sich der Park wieder ein Stück an seine Ursprungsgestaltung an. Ziel aller Arbeiten ist es, an das frühere Erscheinungsbild der 67.000 Quadratmeter großen Anlage, die seit mehr als 20 Jahren ein Gartendenkmal ist, anzuknüpfen.

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