Kämpfer für Menschenrechte: Adolf Marx stirbt mit 73 Jahren

Von: ak
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Aachen. Adolf Marx hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Er starb im Alter von 73 Jahren. Vor 40 Jahren sorgte er unverschuldet für Schlagzeilen. Der Aachener, der die letzten zehn Jahre in Würselen lebte, wurde im November 1970 in Guinea festgenommen.

Marx, zu dieser Zeit Direktor einer französischen Brauerei in Conakry, wurde zusammen mit dem deutschen Entwicklungshelfer Hermann Seibold verhaftet. Ihm wurde ein Anschlag auf Staatspräsident Sekou Touré vorgeworfen. In einem Prozess vor der guinesischen Nationalversammlung wurde Marx zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt.

1309 Tage war er in Haft und wurde gefoltert. Der Aachener landete mit Guineas Erzbischof Tschidimbo im Folterlager Boiro. Erst aufgrund internationaler Proteste wurde er nach dreieinhalb Jahren freigelassen. Im Juli 1974 reiste Marx mit zwei weiteren Deutschen aus Guinea aus, verbrachte aufgrund seines schlechten gesundheitlichen Zustands zwei Jahre im Krankenhaus, ehe er ins normale Leben zurückkehrte.

Marx war ein steter Kämpfer für die Einhaltung der Menschenrechte, setzte sich für die Freilassung politischer Gefangener überall auf der Welt ein. Engagierte sich bei Amnesty International und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Seine Erlebnisse während der Haft, die Demütigungen und Folter schilderte Marx, später als Unternehmer erfolgreich, in Büchern und Vorträgen.

Adolf Marx wurde in Würselen beigesetzt. „Sein Einsatz für Frieden und Menschlichkeit sollte aber nicht vergessen werden”, sagt seine langjährige Freundin Annie Tilmant.
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