Kämmerin rügt VHS: Etat-Gerüst wackelt noch

Von: Rolf Hohl
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Aachen. Tagesordnungspunkt 4 sorgte bei der Sitzung am Donnerstag für rote Köpfe. Im Betriebsausschuss für das Theater und VHS stand der Wirtschaftsplan der kriselnden Volkshochschule auf der Agenda. Der Grund für den Unmut war aber ein anderes Papier: Nämlich ein Brief der Stadtkämmerin Annekathrin Grehling, in dem sie der Leiterin der VHS, Beate Blüggel, vorwirft, es werde im Wirtschaftsplan für das vierte Quartal 2014 ein „bedeutend besseres Ergebnis dargestellt, als nach dem derzeitigen Kenntnisstand zu erwarten ist“.

In dem Schreiben, das der AZ vorliegt, heißt es unter anderem, das Resultat werde sich voraussichtlich „noch weiter verschlechtern, da offensichtlich weitere Leistungen nicht berücksichtigt worden sind“. Dem Zwischenbericht zufolge fehlen – auch seitens der Stadtverwaltung – noch Abrechnungen. Deshalb könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Jahresergebnis unterhalb der Höhe von 150.000 Euro liegen wird, welche auszugleichen die Kämmerei zugesagt hat.

Bei den Politikern im Ausschuss traf das Schreiben allerdings auf weitgehendes Unverständnis. Mit der Sparpolitik und diesem Brief werde ein falsches Zeichen gesetzt gegenüber der Einsparungsbemühungen der VHS-Mitarbeiter und ihrer Leiterin, hieß es.

Im Anschluss ging es im Betriebsausschuss Kultur um die künftige Struktur der Museen. Doch dort wird vorerst am aktuellen Organisationsmuster festgehalten, nur inhaltliche Änderung werden angestrebt. Die Diskussion um eine Gesamtleitung für die großen Museen dürfte jedenfalls vom Tisch sein. So wurde von der eingesetzten Kommission beschlossen, dass grundsätzlich alle Standorte der Museen beibehalten werden, jedoch die Profile der Häuser schärfer werden sollen.

Mehr „Performance“ im Forum

Im Detail heißt das, dass sich das Ludwig Forum mehr für „performative“ Projekte öffnen soll. „Auch die Kooperation zwischen den Häusern, insbesondere zwischen dem Suermondt-Ludwig-Museum und dem Ludwig Forum, muss verstärkt werden“, sagte Kulturdezernentin Susanne Schwier. Sie stellte dazu eine Evaluation zu den getroffenen Maßnahmen in frühestens zwei Jahren in Aussicht. Des Weiteren gab es seitens der Kommission den Wunsch, dass das Zollmuseum Friedrichs seine Präsentation auf den thematischen Kern „Grenze“ beschränken solle. Befürwortet wurde auch die Einrichtung einer Fachjury, die in Zukunft die Stadt bei Kunstprojekten im öffentlichen Raum – etwa Skulpturen oder Denkmäler – beraten soll.

Zum angestrebten Kauf des Musikbunkers und der dortigen Situation konnte der Leiter des Kulturbetriebs, Olaf Müller, noch keine weiteren Auskünfte geben. Fest stehe nur, dass der Verein seine Arbeit fortsetzen werde, allerdings sei ein Rechtsstreit mit einer Anwohnerin immer noch im Gange. „Wir sind guter Dinge, aber ich will dem Gericht hier nicht vorgreifen“, sagte er. Was den Ausbau der Clubszene betrifft, sehe man nach städtischer Prüfung in der Stadt derzeit keine weiteren potenziellen Optionen. Die zuständigen Ämter blieben aber stets für neue Anträge offen, wie Müller betonte.

In der Sitzung wurde auch über 35 Anträge auf Zuschüsse für die freien Kultureinrichtungen beschlossen.

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