Aachen - „Käfig voller Narren“: Roter Kussmund statt Oberlippenbart

„Käfig voller Narren“: Roter Kussmund statt Oberlippenbart

Von: jgr
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Aachen. Als der Vorhang sich öffnet und den Blick auf fünf in Pelz, Lack und Leder gekleidete Diven freigibt, wird dem Publikum bereits klar: Dies ist kein Musical wie viele andere. Spätestens wenn die Varieté-Musik einsetzt, die Damen ihre Hüllen fallen lassen und ein ganz und gar nicht weibliches Bäuchlein zum Vorschein kommt, dämmert es den Zuschauern: Die Damen sind gar keine Damen. Und die Zuschauer befinden sich auch nicht im Grenzlandtheater in Aachen, sondern im südfranzösischen Nachtclub „La Cage aux Folles“, im „Käfig voller Narren“.

Das Musical, das am kommenden Montag im Grenzlandtheater in der Elisengalerie Premiere feiert, zählt zu den erfolgreichsten Musicals aller Zeiten. Es geht um Georges, der seit vielen Jahren den Club „La Cage aux Folles“ betreibt. Gefeierter Star der Travestie-Shows ist Albin alias Zaza, die männliche Lebenspartnerin an Georges Seite.

Er hat einen halbwüchsigen Sohn, Jean-Michel, bei dem Albin zeitlebens die Mutterrolle übernommen hat. Nun kündigt Jean-Michel an, dass er heiraten will – Anne, die Tochter eines erzkonservativen Politikers. Und genau das ist das Problem: Die „Elternpaare“ sollen sich zur Verlobung kennen lernen und Jean-Michel braucht ganz schnell eine „normale“ Familie.

„Dass das Stück weltweit so beliebt ist, liegt sicher zum einen daran, dass es auf eine äußerst humorvolle Art und Weise eine verkrampfte Gesellschaft und ihre sturen Konventionen auf die Schippe nimmt“, so Intendant Uwe Brandt. „Zum anderen ist es eine berührende Geschichte über die Werte von Familie, die Sehnsucht nach Toleranz und die Notwenigkeit, Zivilcourage zu zeigen.“

Gerade in Zeiten, wo in der Politik heftig über die Gleichberechtigung von homosexuellen Paaren beim Ehegattensplitting debattiert wird, zeigt sich, dass die Thematik aktueller ist denn je. „Ich bin, was ich bin, und was ich bin, ist ungewöhnlich. Komm schau mich nur an, akzeptier‘ dann mich ganz persönlich“, singen die fünf „Damen“ zu Beginn des Stücks. Begleitet werden sie von fünf Musikern. Auch Stepptanz und Cancan wird es geben. Auch gibt es 60 schillernde Kostüme zu bewundern.

Regisseur Ulrich Wiggers und Choreografin Marga Render freuen sich sehr auf die Premiere. Beide loben die Professionalität der Schauspieler auf und hinter der Bühne. „Ich möchte gar nicht, dass es aufhört“, sagt Render über die Probenzeit. Das muss es aber, denn die Premiere am Montag ist bereits ausverkauft.

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