Kabeldiebe sorgen für lange Wartezeiten

Von: Alexander Barth
Letzte Aktualisierung:
Bahn
Ein Kabeldiebstahl in Aachen hat am Dienstag im Regionalverkehr der Bahn zu Verspätungen geführt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein offenbar ziemlich halbherzig ausgeführter Kabeldiebstahl hat am Dienstag den Zugverkehr in und um Aachen massiv gestört. In der Nacht hatten Unbekannte auf der Strecke zwischen Aachen und Eilendorf Kupferkabel herausgerissen und so für zeitweise tote Gleise gesorgt.

Hunderte Reisende saßen zwischenzeitlich am Hauptbahnhof und am Bahnhof Rothe Erde fest. Erst am Nachmittag rollte der Zugverkehr wieder weitgehend normal.

Betroffen waren die Linien Aachen-Paderborn und der Rhein-Sieg-Express, außerdem die Schnellzüge ICE und Thalys. Mit Verspätungen von rund einer halben Stunde hatten die Reisenden im Schnitt zu hadern, noch schlimmer traf es jene, die mit der Euregiobahn nach Stolberg wollten. Richtung Kupferstadt ging zeitweise überhaupt nichts, so blieb nur das Warten auf den Regionalexpress und der erneute Umstieg. Die Stolberger Altstadt etwa oder der Mühlener Bahnhof waren nur mit dem Taxi erreichbar.

Verspätungen über Stunden

Die Verbindungsanzeige in der großen Halle des Hauptbahnhofs zeigte stundenlang überwiegend Verspätungen an. Nur in Richtung Mönchengladbach lief der Verkehr recht rund. Die ausschwärmenden Service-Mitarbeiter der Bahn wurden vor allem von den internationalen Reisenden bestürmt – und im besten Fall gestenreich aufgeklärt. „Schon anstrengend, und dann das internationale Publikum“, erklärte eine junge Bahnmitarbeiterin knapp, um sich dann wieder einem asiatischen Trio zuzuwenden. Die Europa-Region als Stressfaktor. Eine US-Amerikanerin und eine Schweizerin bildeten kurzerhand eine Zweckgemeinschaft im Wartestand. „Gestrandet in Aachen“, lautete der Kommentar von Erica Bailey.

Beamte der Bundespolizei waren mit Technikern der Bahn seit dem frühen Morgen in Sachen Aufklärung unterwegs. „Wir mussten etliche hundert Meter Kabelschächte rund um die Stelle untersuchen, von der nachts gegen 1.20 Uhr ein Störsignal gemeldet wurde“, erklärte Knut Paul, Sprecher der Bundespolizei, die stundenlange Suche. Verdächtige gab es nicht zu melden, dafür ein bekanntes Muster: „Hier hat jemand ziemlich grob versucht, Kupferkabel zu stehlen, um sie dann zu verkaufen.“

Auch am Bahnhof Rothe Erde wurden reichlich Reisepläne durchkreuzt. So auch der einer Walheimer Kindergruppe, die vormittags in Richtung Eschweiler unterwegs war. Der Weg zum dortigen Abenteuerspielplatz war blockiert. Der Begleiter nahm es mit Humor: „Die Kids sind ziemlich pflegeleicht, ich mache mir keine Sorgen.“ Anders als am Hauptbahnhof war am Bahnhof Rothe Erde lange Zeit kein Mitarbeiter der Bahn zu sehen. So blieb die Notrufsäule einzige Kontaktmöglichkeit.

Kurz nach 14 Uhr war der schlimmste Störungsspuk dann vorbei. Der Kabelschaden war behoben, die Züge rollten wieder halbwegs normal. Die Bilanz der Deutschen Bahn bis dahin: 98 Züge fuhren verspätet, 22 wurden umgeleitet, vier fielen ganz aus. Bis in den frühen Abend kam es immer wieder zu Verspätu

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