Aachen - Kabel „abgesoffen”: Kunden wütend über Telekom

Kabel „abgesoffen”: Kunden wütend über Telekom

Von: Robert Esser
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Musste seit dem Unwetter am 18
Musste seit dem Unwetter am 18. August ohne Telefon, Internet und EC-Kartenlesegerät auskommen: Biomarkt-Geschäftsführer Felix Matterne ist wie ungezählte weitere Telekom-Kunden im Jakobsviertel stinksauer auf das Krisen-Management des Kommunikationsriesen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Abgesoffen. Seit dem verheerenden Unwetter in Aachen am Donnerstag, 18. August, steht der Telekom im Jakobsviertel das Wasser bis zum Hals. Bis zum Dienstag, 30. August, waren hunderte Anschlüsse tot - und die Kunden auf der Palme.

„Nicht nur Telefon und Internet, auch mein EC-Kartenlesegerät funktionierte nicht”, klagt etwa Biomarkt-Geschäftsführer Felix Matterne. „Da viele Kunden heutzutage kaum noch Bargeld mit sich führen, konnten diese bei mir auch nicht einkaufen. Das ist eine Katastrophe, die mich in meinem Geschäft sehr viel Geld gekostet hat”, ärgert er sich. Immer wieder sei er an der Telefon-Hotline der Telekom hingehalten worden, immer wieder seien Reparaturtermine ergebnislos verstrichen. „Da wird man wahnsinnig und hat wirklich das Gefühl, bewusst angelogen zu werden”, sagt Matterne.

Dem widerspricht Telekomsprecher George-Stephen McKinney auf Anfrage der Aachener Zeitung vehement: „Ursache für die Störung war Regenwasser, das in das Kabel im Bereich Jakobstraße eingedrungen ist”, teilt er mit. „Nach der Reparatur wurden weitere Schadensstellen desselben Kabels gefunden, die erst durch neue Einmessungen lokalisiert und beseitigt werden konnten”, erklärt McKinney.

So hockte am Dienstag zum wiederholten Mal ein Telekom-Mitarbeiter einige Meter tief in einem Kabelschacht vor der Jakobskirche und verknüpfte hunderte hauchdünne Kupferlitzen des ausgewechselten Hauptkabels aufs Neue mit den Käbelchen der Endkunden - per Hand. „Da kann man nicht einfach einen Knopf drücken, und alles ist wieder gut. Das ist schon etwas komplizierter und dauert eben seine Zeit”, wirbt McKinney um Verständnis.

Warum allerdings die Schadensbehebung im Kabelschacht länger dauerte als so manche Neuverlegung inklusive Asphaltarbeiten, konnte der Telekom-Sprecher nicht genau klären. Tatsache ist aber, dass zugesagte Fertigstellungstermine mehrfach verschoben wurden. „Für mich hat das extrem geschäftsschädigende Folgen. Meine Kunden konnten uns nicht erreichen und über die ganze Zeit keine Termine ausmachen”, ist Friseurin Martha Thissen erzürnt. Ihr Friseursalon liegt ebenfalls an der Jakobstraße. „Nicht einmal die Weiterleitung der Anrufe auf mein Handy hat die Telekom bis gestern hingekriegt.”

Betroffen war neben vielen Privatkunden eine ganze Reihe Geschäftsleute des Viertels. Auch nach der offiziellen Entwarnung der Telekom-Pressestelle am Dienstag blieb Thissens Anschluss stumm. Was auch bei anderen störungsgeplagten Kunden laut Telekom mehrere Gründe haben könnte. „Im einfachsten Fall hat sich ein Telefon oder Router während der Störung aufgehängt. Hier hilft ein Neustart”, rät Sprecher McKinney.

Möglich sei aber auch ein Kurzschluss auf den letzten Leitungsmetern zum Endkunden - dann müsse die Störung unbedingt gemeldet werden, zum Beispiel über die kostenfreie Hotline 0800/3001000. Das Hauptkabel, bekräftigt McKinney, sei jetzt aber endlich wieder „in trockenen Tüchern” - nach zwölf Tagen.
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