Kabarett-Hammer: „Solo für 2” erntet stehende Ovationen

Von: Günther Sander
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Rissen die Leute von den Stüh
Rissen die Leute von den Stühlen: Vater Manni und Sohn Jan Savelsberg mit ihrem neuen Programm. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Wie werde ich berühmt?” Mit dieser Frage, die sich wie ein roter Faden 120 Minuten lang durch das Kabarett-Programm „Solo für 2” zog, beschäftigten sich die Hauptakteure Manfred und Jan Savelsberg ausführlich.

Die Stars der „Öcher Nölde”, nun „Solo on Tour”, beantworteten die schwere Frage ganz einfach. Ein Höhepunkt jagte im Non-Stop-Programm den anderen, die große Politik, kommunales Geschehen, im bissigen Kabarett humorvoll verpackt, begeisterte die Besucher im „Forum M” der Mayerschen Buchhandlung am Freitagabend bei der Premiere.

Die Kölner haben ihre „Mitternachtsspitzen”, die im Ruhrgebiet „Stratmanns Kneipentheater”, die Öcher setzen seit vielen Jahren schon auf ihre „Öcher Nölde” - besonders auf Manfred (Manni) und Jan Savelsberg, Vater und Sohn, in „Solo für 2.”

Zurück zur Frage nach dem Wie, berühmt zu werden. Gesanglich ließ das „Duo ohne Namen” wissen, „Es ist nie zu spät, um berühmt zu sein.” Spätestens nach diesem Solo-Auftritt sind die beiden schlitzohrigen Typen mit einem Schlag noch berühmter geworden. Köstlich, „Manni, der Huusmeäster”, Markenzeichen sein Kittel und Kappe, seine umwerfende Komik und Gestik, schlagfertig und immer besser werdend Sohn Jan. Beide ergänzen sich glänzend, nicht zu vergessen Ehefrau und Mutter Marlene Savelsberg, ein wichtiges Stück in der „Textfabrik.” Und auch die musikalische Begleitung von Claus Thormälen am Piano wird zu einem Genuss.

Das Rezept zum Berühmtwerden ist ganz einfach, scheint es jedenfalls. Manni und Jan bedienen sich so bekannter Namen wie Christian Wulff, Dieter Bohlen, Angela Merkel, Joachim Gauck, machen Anleihe beim Dschungelcamp, streifen das Aachener Ostviertel, den „Noch-Zweitligist” Alemannia, Facebook, Telecom und Google bekommen ihr Fett weg, und schon geht es auf dem Weg zum Berühmtwerden ein Treppchen nach oben.

Super das „Planungsbüro” für Aachen, getreu dem Motto „Erst einmal alles abreißen.” Im Ostviertel die Kennedy-Arkaden bauen, den Tivoli überdachen für die Ladies in Black, eine Formel-1-Strecke in der Soers, den Öcher Bend in die Unterführung am Kaiserplatz verlegen, wo es doch zu Bendzeiten „immer nur regnet.” Manni hat große Pläne, wenn er Rentner wird: „Ich werde Terrorist oder Abzocker.” Oder ein Musical schreiben, das schwebt ihm auch vor, war doch seine Muter schon das erste Tanzmariechen bei den Burtscheider Lachtauben. Mit Billigflügen haben Manni und Jan schlechte erfahren gesammelt.

Ein Superding die Wartezeit an der Bushaltestelle. Manni hat Angst, ausgehorcht zu werden. „Wir haben doch den Stasi-Bundespräsidenten.” „Quatsch, der hat doch erst die Akten viel später verwaltet”, so Jan. Spitze Mannis Erlebnisse in der Reha im Schwarzwald („Das Gehirn kennt das Wörtchen nicht nicht”). Je älter man werde, desto weniger Lob bekomme man von den Frauen. Da schließt sich die Weisheit, dass eine Jeanshose nicht nur die Gangart verändert, nahtlos an.

Was dann zum Abschluss folgte, war der Hammer. Als Schlagerstars lieferten die „Solisten” einen Hit nach dem anderen. Das war die beste Empfehlung für die kommende Mallorca-Party im September in der Soers. Matthias Reim, Michael Wendler, Brings, alles nur „Randfiguren”. Manfred und Jan müssen da ran. Florian Silbereisen, Carmen Nebel, Andy Borg würden sich die Hände reiben. Und wie die beiden reinfetzten, rockten, gestikulierten, ihre Show abzogen, das war umwerfend. Als Gute-Launemacher schmetterten sie Hits wie „Das Tor zum Himmel ist die Liebe”, „Die Gefühle haben Schweigepflicht”, „Du kannst noch nicht mal richtig Lügen”, „Du hast die Haare schön”, „Ich will zehn nackte Friseusen” und Bata Ilics Oldie „Michaela” in das Forum, dass der Bär leibhaftig steppte und die Schwarte krachte.

Der Beifall und stehende Ovationen unterstrichen deutlich: „Die beiden Stars sind berühmt, haben sich selbst berühmt gemacht.” Bravo, solch’ ein Solo wünscht man sich häufiger. Übrigens, für Sonntag, 29. April, 19.30 Uhr, sind noch einige Karten an der Abendkasse zu haben.
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