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JVA Aachen: Sexualstraftäter flieht in Köln

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Köln. Den Beamten in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen gilt der Mann als „unauffällig“. Er hat nach AZ-Informationen in der JVA einen Job als Vorarbeiter in einer der gefängniseigenen Werkstätten – ein durchaus vertrauensvoller Posten, so heißt es in Mitarbeiterkreisen. Seit Mittwoch jedoch ist B. auf der Flucht.

Der 58-Jährige, der einst wegen mehrfacher Vergewaltigung verurteilt wurde, entkam zwei Begleitern der JVA bei einer Ausführung in Köln. Das teilte JVA-Leiterin Reina Blikslager mit. Es sei die neunte Ausführung für den Mann, der 1991 verurteilt wurde und nach seiner Strafhaft im Jahr 1999 nach Aachen in die Sicherungsverwahrung kam. Eine Perspektive auf zeitnahe Entlassung hatte er laut Blikslager nicht. B. habe lediglich an einer therapeutischen Kurzmaßnahme teilgenommen, dann aber jegliches weitere Therapieprogramme kategorisch abgelehnt.

Die Kölner Polizei leitete eine Großfahndung ein und teilte mit, dass der 58-Jährige – 1,88 Meter groß, bekleidet mit Springerstiefeln, khakifarbener Cargohose und blauem Bundeswehrpullover – am Mittag in einem Brauhaus nahe dem Dom die Flucht gelungen sei. B. sei Diabetiker und auf Insulin angewiesen. Die Polizei appellierte, „den Mann im Falle des Antreffens nicht selbst anzusprechen, sondern umgehend den Notruf 110 zu wählen“.

Laut dem noch recht neuen „Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetz“ haben Sicherungsverwahrte ein Anrecht auf mindestens vier Ausführungen pro Jahr. Ausflüge von Aachen nach Köln seien dabei keineswegs ungewöhnlich, sagte die JVA-Leiterin auf Nachfrage. Zudem stamme der 58-Jährige aus Köln.

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