Juwelier beraubt: DNA-Spur überführt Täter

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Wegen schweren Raubes, begangen als Mitglied einer auf solche Überfälle spezialisierten Bande, hat die 5. Große Strafkammer am Aachener Landgericht am Dienstag den Angeklagten Slatko P. (34) zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Angeklagte, so ist das Gericht sicher, hatte am späten Nachmittag des 6. Februar 2014 mit drei Komplizen das Juweliergeschäft „Studio Küpper“ am Holzgraben ausgeraubt, der Verkaufswert der Beute an hochwertigen Uhren betrug rund 850 000 Euro, die damaligen Mittäter bleiben bis heute unerkannt, auch der Angeklagte verriet sie nicht.

Slatko P. hatte bis zum Ende der Beweisaufnahme betont, er habe im Vorfeld „nur“ jene zwei Fluchtwagen, einen 3er- und einen 5er-BMW, in Bonn und in Düsseldorf „besorgt“, nämlich aufgebrochen und die Wegfahrsperre mit einem Auslesegerät geknackt. Dies sei ein Auftrag von einem langjährigen Freund aus Serbien gewesen, referierte der Vorsitzende Richter Roland Klösgen in der Urteilsbegründung die Verteidigungsstrategie des 34-Jährigen. Dessen Einlassung: Mit der Haupttat habe er nichts zutun gehabt.

Das nahm das Gericht dem Angeklagten nicht ab: „Das ist gelogen, das ist nicht wahr“, sagte Klösgen. Man reise nicht aus Serbien an, um acht Jahre alte Autos im Auftrag für andere zu stehlen. Dass man dafür noch pro Auto 1500 Euro plus Reisekosten bekomme, wie der Angeklagte behauptet hatte, sei durchaus nicht glaubhaft.

In einem der BMW, jenem, der während des nur drei Minuten dauernden Überfalls auf der Ursulinerstraße quer stand, fanden die Ermittler DNA-Spuren an der Unterkante des Armaturenbretts. Die Spuren ergaben einen Treffer in der DNA-Kartei, das „Los“ fiel auf Slatko P., weil der im Jahr 2007 für einen völlig gleich gelagerten Fall eines Juwelierüberfalls in Zürich von einem Schweizer Gericht verurteilt worden war und sein DNA-Fingerabdruck in eine europaweite Kartei eingestellt wurde.

Zlatko P. betonte bei seinem sehr emotionalen „letzten Wort“ am Dienstag, er sei ein „gläubiger“ und eigentlich „ein guter“ Mensch, der zutiefst bereue, „den Leuten hier Leid verursacht“ zu haben oder eben auch nur dabei geholfen zu haben.

Eine Verkäuferin musste nach dem Überfall ihren Job aufgeben, ein älteres Ehepaar dagegen hatte die Blitzattacke der Uhrenräuber ganz gut psychisch verarbeitet. Der Inhaber des Geschäftes blieb allerdings auf gut 100 000 Euro Schaden sitzen. Die Vorgehensweise der Bande sei hoch professionell, betonte Klösgen. Selbst eine Abstellmöglichkeit für die Autos in einer nahen Tiefgarage sei vorab genau ausgekundschaftet worden, auch das Juweliergeschäft habe man im Vorfeld „ausbaldowert.“

Der Raub der mehr als 100 exklusiven Uhren sei nach genau gestoppter Zeit „mit einem Pfiff“ beendet worden. Danach war der Spuk abrupt zu Ende.

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