Jungunternehmer sind jede Nacht mit dem Yummybus unterwegs

Von: jkü
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Stoßen mit ihrem Start-Up in eine Marktlücke vor: Die Jungunternehmer (v.l.) Martin Pütz, Thomas Pütz, Jochen Wunder und Adriaan van Veen beliefern ihre Kunden nachts. Foto: Jessica Küppers

Aachen. Wem nachts während einer Party das Bier ausgeht, der hat ein Problem. Die Geschäfte sind schon geschlossen und die Gäste meistens noch sehr durstig. Für diesen Fall haben Martin Pütz und sein Bruder Thomas aus Würselen den Yummybus erfunden.

Das Konzept: innerhalb von 30 Minuten gekühlte Getränke, Snacks, aber auch Haushaltswaren wie Klopapier oder Obst nachliefern. „Das ist ein kleiner Supermarkt auf Rädern“, erklärt Martin Pütz. Auf die Idee ist er gekommen, weil die Busse des elterlichen Großhandels nachts häufig still stehen. „Von 16 bis 5 Uhr morgens standen die auf dem Hof“, sagt er. Seit Februar sind die Wagen auch nachts in Aachen, Herzogenrath, Würselen und Kohlscheid als Yummybusse unterwegs.

Um die nächtlichen Wünsche ihrer Kunden möglichst schnell zu erfüllen, holten die Brüder den Softwareentwickler Jochen Wunder und den Marketingexperten Adriaan van Veen ins Boot. Nachdem das Bestellverfahren per Mail mittlerweile an Grenzen stößt, wird in Kürze eine neue App an den Start gehen. Die soll die Route für die Fahrer „intelligent planen“, so dass die Bestellungen in der vorgegebenen Zeit ausgeliefert werden können. Die Waren werden vor jeder Schicht in die Autos gepackt, um keine Zeit zu verlieren.

Anfangs waren die Jungunternehmer selbst jede Nacht mit dem Bus unterwegs. Seit August haben sie einen zweiten Fahrer eingestellt, um bis zu 44 Bestellungen pro Schicht ausliefern zu können. Dass es einmal so gut läuft, haben sie in ihrer ersten Nacht nicht für möglich gehalten. „Wir waren alle furchtbar aufgeregt, und dann hatten wir nur eine einzige Bestellung“, sagt Wunder. Heute kann er darüber lachen, doch so ein Start-Up zu etablieren, ist für ihn „eine ganz schöne Achterbahnfahrt“. Dazu gehörten nicht nur Mut und Durchhaltevermögen, sondern auch Geduld.

Die brauchen sie mitunter auch bei ihren Kunden. „Es gibt Kunden, die bestellen auf einer Party und sind selbst noch gar nicht zu Hause, wenn wir ankommen“, sagt Thomas Pütz. Mehrmals habe er schon vor der Haustür warten müssen.

Auch sein Bruder Martin hat schon einige skurrile Erlebnisse mit dem Yummybus gehabt. „Letztens haben wir in einen Wald geliefert, weil da ein paar Leute zusammen gefeiert haben und Nachschub brauchten“, sagt er. Auch die eine oder andere Einladung, nach der Schicht noch einmal vorbeizukommen, habe er schon bekommen. Eingegangen sei er darauf nie, sagt er lachend.

Der Yummybus sorgt offenbar für Aufmerksamkeit und wird auch in sozialen Netzwerken entsprechend beachtet: „Wir haben ein Foto von einer Gruppe bekommen, die die Yummyboxen bis zur Decke gestapelt hat“, erklärt van Veen. Oder Passanten, die auf der Straße „Selfies mit dem Bus machen und auf unsere Seite stellen“, sagt er. Darauf sind die Unternehmer besonders stolz. „Uns ist wichtig, dass es auch eine Community gibt, die über den Bus diskutiert und uns Anregungen gibt“, ergänzt Wunder.

Als nächste Herausforderung peilen die vier Männer erst einmal größere Städte wie Hamburg oder Köln an. „Das steht aber noch nicht ganz fest“, sagt der Softwareentwickler. Auch das Angebot werde kontinuierlich erweitert oder saisonal verändert.

Ihr ganz großes Ziel ist es, von Aachen aus irgendwann ganz Deutschland mit dem Yummybus zu erobern und schließlich in jeder größeren deutschen Stadt vertreten zu sein.

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