Aachen - „Jungfrau ohne Paradies“: Jugend soll Prävention aktiv mitgestalten

„Jungfrau ohne Paradies“: Jugend soll Prävention aktiv mitgestalten

Von: Leon Kirschgens
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Laden für den 14. September in die Donnerberger KOT St. Josef ein: (untern) Susanne Schwier, Sandra Jansen, Ines Heuschkel, (oben) Markus Terodde, Daniel Dammers und Jörg Beißel. Foto: Steindl

Aachen. Das Thema Extremismus und Islamismus ist ein heißes Eisen. Allerorts wird über Prävention debattiert. Seltener wird die Jugend aktiv miteinbezogen. Das soll sich ändern. Der Kinder- und Jugendtreff D-Hof sowie die KOTs St. Castor (Alsdorf) und St. Josef (Stolberg) haben mit der Unterstützung des Bistums, der Stadt Aachen sowie des Kommunalen Integrationszentrums der Städteregion das interaktive Theaterstück „Jungfrau ohne Paradies“ in die Städteregion geholt.

Das Stück handelt von Paul, einem Jungen, der sich aufgrund von Benachteiligung und Perspektivlosigkeit im islamischen Glauben radikalisiert. Johanna, die in Paul verliebt ist, selbst aber aus bürgerlichem Elternhaus kommt, steigert sich aus Rebellion gegen ihre fremdenfeindlichen Eltern zunächst auch in den religiösen Fanatismus hinein.

Pauls bester Freund Cem, ebenfalls aus prekärem Milieu, hält dagegen nichts von dem Schwarz-weiß-Denken. Als die Situation eskaliert, werden die unterschiedlichen Ansichten der drei Jugendlichen offensichtlich. Es stellt sich die Frage, ob man früher hätte eingreifen können und wie man wieder auf den richtigen Weg gelangt.

Eine von vielen Fragen, mit der sich nicht allein die Schauspieler auf der Bühne, sondern auch das jugendliche Publikum auseinandersetzten soll. Die Jugendlichen können bewusst Einfluss auf den Verlauf des Stückes nehmen und sollen dabei ihre eigenen Erfahrungen und Meinungen zu Heldenverehrung, Radikalisierung, aber auch zu Respekt, Toleranz und Emanzipation einbringen. Wer bin ich, was will ich, und wo geht‘s hin? Das sind die zentralen Fragen.

Laut Sandra Jansen, Leiterin des D-Hofs, biete das Stück eine gute Gelegenheit mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. „Anerkennung und der Austausch von Meinungen ist wesentlich für die Bildung der eigenen Identität“, sagte sie. Extremismus und Islamismus dürften dabei kein Tabuthemen sein, da diese scheinbar einfache Antworten auf komplizierte Probleme gäben.

Aachens Jugenddezernentin Annette Schwier, betonte: „In einer immer komplexer und liberaler werdenden Gesellschaft muss Jugendlichen Halt und Orientierung geboten werden.“ Markus Terodde, Dezernent für Bildung und Jugend in der Städteregion, meinte, auch in Aachen sei Handlungsbedarf: „Das Problem betrifft alle Jugendlichen. Deshalb sollten wir jetzt die Chance nutzen und das Theaterstück in eine größere Präventionsreihe einbetten.“

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