Aachen - Junges Grenzlandtheater setzt auf Drehbühne als Platz für Gefühle

Junges Grenzlandtheater setzt auf Drehbühne als Platz für Gefühle

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
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Zentrale Figuren: Katrin Wolter und Konstantin Hertel als Sophie und Kevin im jungen Grenzlandtheater. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Sie beschimpfen sich, machen sich Vorwürfe, verachten den Anderen – und sind tief im Inneren verletzt, unsicher, ängstlich! Kevin und Sophie sind die beiden Figuren in der neuen Produktion des jungen Grenzlandtheaters (Greta), die ihre Gefühle herausschreien in eine Welt, die sie scheinbar nicht versteht.

Sophies Mutter und Kevins Vater haben jeweils ihre ersten Beziehungen beendet und wollen nun heiraten. Damit sind die beiden Jugendlichen überhaupt nicht einverstanden, gleichzeitig verachten sie sich. Unabhängig voneinander planen beide ihre Flucht von der Hochzeit, sie nach Toronto zur Oma, er weiß es noch nicht so genau und treffen sich – im Bus.

Unterstützung der Aseag

Die Drehbühne, unter tatkräftiger Mithilfe der Aseag von Bühnenbildner Manfred Schneider aus original Busteilen zusammengebaut, ist eine knappe Stunde lang Zentrum der Gefühle, der Auseinandersetzung, der Annäherung – kurzum, einer Entwicklung, die zum Erwachsenwerden dazu gehört und mit der pubertierende Jugendliche umzugehen lernen müssen. Regisseur Fabian Goedecke, selbst als Schauspieler auf Grenzlandbrettern erfolgreich, macht erste Gehversuche als Verantwortlicher vor der Bühne.

„Die künstlerische Leitung des Grenzlandtheaters ist von seinen Fähigkeiten überzeugt“, unterstreicht Intendant Uwe Brandt die personelle Besetzung. Katrin Wolter und Konstantin Hertel sind die jungen Schauspieler, die es für ein solches Stück braucht. Spontan, authentisch und nachhaltig in der Interpretation zweier jungen Menschen, deren gleichaltrige Gegenstücke in den nächsten Monaten in Massen im Publikum sitzen werden.

„Nach Toronto!...oder meine Mutter heiratet deinen Vater“ – so der Titel des Stückes – überzeugt bei der Vorstellung des Stückes in der Aula von St Ursula auf Anhieb und verspricht, ebenso erfolgreich zu werden wie die bisherigen Produktionen für Jugendliche ab zehn Jahren. Denn seit 2006 agiert man am Grenzlandtheater für und mit dem (sehr) jungen Publikum. „Bei unseren Proben sind immer wieder Schüler gekommen, haben mit uns über das Thema des Stückes und die Art der Umsetzung diskutiert“, sind Wolter und Hertel vom Umfeld begeistert.

Dies unterstreicht auch Schulleiter Patrick Biemans: „Jede Schule hat ihren eigenen Schwerpunkt, unserer liegt klar in der kulturellen Bildung. Wir möchten unseren Schülerinnen frühzeitig die Möglichkeit geben, Kultur kennen zu lernen und sie mit zu gestalten“. Greta spielt pro Jahr zwei Produktionen mit jährlich mehr als 6000 Zuschauern. Premiere ist am 8. April in der Aula von St. Ursula, es handelt sich ausschließlich um Schulaufführungen.

Gespräch nach den Vorstellungen

Nach den Vorstellungen finden Gespräche zwischen Schauspielern, Pädagogen und Zuschauern unter der Moderation der Theaterpädagogin Anja Geurtz statt. Da beinahe jede dritte Ehe geschieden wird, gibt es unter den Jugendlichen viele, die sich in den Charakteren und den Verhaltensmustern der Protagonisten wiederfinden, das soll angesprochen und bestenfalls hilfreich sein. Damit man sich nicht irgendwann im Bus nach Toronto wiederfindet.

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