Junges Grenzlandtheater feiert Premiere mit „Meeting Joint“

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Zwei auf der Suche: Stefanie Winner und Manuel Bashirpour spielen zwei Hauptrollen in der neuen Greta-Produktion. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Ich will raus aus meiner Haut“ singen Ann, Marie und Louis im Refrain zusammen vor der bunten Graffiti-Wand in ihre Mikros. Schwankend zwischen unsicher und cool, verletzlich und verletzend, angepasst und frech suchen die Teenager ihren Platz in der Welt.

„Meeting Joint“ – so heißt die neue Produktion von „Das junge Grenzlandtheater“ (Greta) für junge Menschen ab 14 Jahren, die am 28. Oktober im Geschwister-Scholl-Gymnasium Premiere feiert und anschließend in Monschau, Stolberg und Alsdorf gastiert. Auch wenn der Titel es vermuten lässt: Kiffen ist nur ein Thema, das während der gut einstündigen Aufführung zur Sprache kommt.

Es geht um mehr: Um Freundschaft, um das erste Verliebtsein, um Ärger zu Hause und Stress in der Schule, aber auch um Träume. Themen, die wohl alle Jugendliche früher oder später beschäftigt. Dabei bedient sich das Stück einer eher ungewöhnlichen Erzählmethode, die allerdings viel Leben auf die Bühne bringt, wie Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters Aachen, verrät: „Neben dem szenischen Spiel wird ganz viel über die Musik erzählt.“ Genauer: Hip Hop. Begleitet von mal lauten, mal ruhigen Beats kehren die drei Charaktere auf der Bühne ihr Gefühlsleben nach außen.

Dafür hat Regisseur Mateusz Dopieralski eigenhändig alle Original-Texte umgeschrieben und neue zeitgemäße Musik komponiert. „Das Stück von Mirjam Neidhart ist 2004 erschienen, seitdem hat sich die Musik weiterentwickelt und auch die Jugendsprache. Um für Jugendliche von heute glaubhaft zu sein, mussten wir einiges neu erfinden, ohne allerdings die Geschichte zu verändern“, erklärt der 28-Jährige.

Glaubhaftigkeit ohne den erhobenen „moralischen“ Zeigefinger – darum ging es auch Uwe Brandt von Beginn an. „Es reicht nicht, einem jungen Schauspieler die Baseballkappe falsch herum aufzusetzen und ihn dann rappen zu lassen“, erklärt er. In „Meeting Joint“ ist dieser Balanceakt hervorragend gelungen. Eine feste Richtung wird nicht vorgegeben. Stattdessen zeigen die Darsteller verschiedene Entscheidungswege auf.

Da ist zum einen Ann – hübsch, beliebt, Maries beste Freundin, frisch in Louis verliebt –, zum anderen Marie – Klassenbeste und Außenseiterin, die von zu Hause abgehauen ist und sich in einem Bootshaus versteckt hält. Und Louis, der mit dem Kiffen angefangen hat. Eigentlich ganz okay für ihn, bis er sich in Ann verliebt. Als Marie im Bootshaus auf Louis trifft, kommt alles anders.

Wie alle Produktionen von Greta wird auch „Meeting Joint“ theaterpädagogisch begleitet. Nicht nur die drei jungen Schauspieler Stefanie Winner (Ann), Raphaela Kiczka (Marie) und Manuel Bashirpour (Louis), die alle in diesem Jahr ihr Schauspielstudium in Köln erfolgreich abgeschlossen haben, stehen nach den Aufführungen für Fragen der jungen Zuschauer zur Verfügung. „Auch Vor- und Nachbearbeitungen, Begleitmaterial, Workshops und Szenenlesungen bieten wir an“, so Anja Geurtz, Theaterpädagogin am Grenzlandtheater Aachen.

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