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Junge Talente bohren dicke Bühnenbretter

Von: Esra Güner
Letzte Aktualisierung:
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Talente, so weit das Auge reicht: Beim Tag der offenen Tür der Theaterschule Aachen zeigten die Schülerinnen und Schüler ihr Können auf dem vielfältigen Parkett der Schauspielkunst. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Marlène Jeffré strahlt über das ganze Gesicht. In der Theaterschule Aachen ist sie in ihrem Element: Sie schauspielert, tanzt und singt. Beim Tag der offenen Tür kann die Schülerin im fünften Semester sich richtig austoben.

„Natürlich ist es eine Herausforderung, sich so lange zu konzentrieren“, sagt sie und fügt lächelnd hinzu. „Aber der Spaß überwiegt“. Einmal im Jahr öffnet die Theaterschule Aachen ihre Tore. Wieder einmal konnten sich Theaterbegeisterte jeden Alters in vorweihnachtlicher Stimmung bei heißen Getränken und Gebäck über die Schauspielausbildung informieren. In kurzen, unterschiedlichen Programmen wurden Ausschnitte aus der Arbeit der einzelnen Semester auf der hauseigenen Bühne präsentiert und ernteten große Begeisterung. Marlène und ihre Mitschüler gewährten damit Einblicke in ihre Unterrichtsfächer Schauspiel, Regie, Tanz, Gesang, Bühnenkampf und Sprecherziehung. So vielseitig wie die einzelnen Disziplinen war auch die thematische Bandbreite des Programms: Von ernsten Monologen über Stepptanzeinlagen und Hipster-Dialoge bis hin zur Suche des „Bachelors“ nach seiner Auserwählten war alles dabei.

Die Abwechslung bei der Ausbildung spielt eine wichtige Rolle für Florian Wugk, der beim Tag der offenen Tür nicht nur mitspielte, sondern auch durch das Programm führte. Der 21-Jährige ist im dritten Semester und überzeugt: „Hier kriegen wir eine fundierte Ausbildung“. Schulleiterin und Schauspielerin Ingeborg Meyer ist es ein besonderes Anliegen, auch die Schüler aus den jüngeren Semestern „ins kalte Wasser zu werfen“. „Je eher sie mit dem Publikum Bekanntschaft machen, desto besser.“ Derzeit lassen sich 26 Schüler der Theaterschule Aachen im Rahmen einer vierjährigen Vollzeitausbildung zum Schauspieler oder Regisseur ausbilden. Die Ausbildung schießt bei bestandener Abschlussprüfung mit der „Bühnenreife“ ab, die zum Vorsprechen bei der ZAV (Zentrale Auslands- und Fachvermittlung) berechtigt. Durch die Aufnahme in dieses Register können die Absolventen als professionelle Schauspieler zum Vorsprechen bei Theater und Film von der Bundesanstalt für Arbeit vermittelt werden.

Marlène freut sich schon auf die Zeit nach ihrem Abschluss. Ob sie Schauspiel oder Regie machen wird, hat sie noch nicht entschieden. Ihr Ziel sei aber trotzdem klar: Theater machen und hautnah am Publikum sein. Das ist sie auch am Tag der offenen Tür: Beim letzten Programmpunkt und Stück „Antigone“ hat Marlène sogar selbst Regie geführt.

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