Junge Frau zur Prostitution gezwungen

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Vergewaltigung wird Remus D. (29) vor der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht vorgeworfen.

Der Angeklagte, vertreten vom Aachener Strafverteidiger Wolfram Strauch, bestreitet die Tat. Der Anwalt wies auch weit von sich, dass Mittelsmänner seines Mandanten in Rumänien aktiv waren. Auch wandte sich Strauch heftig gegen die Durchsuchung der Zelle seines Mandanten und seine Fixierung mit Hand- wie Fußfesseln.

Vor dem Gerichtssaal herrschte eine besondere Sicherheitsstufe, zahlreiche Wach- und Polizeibeamte waren aufgeboten, weil D. angeblich in der JVA eine Waffe versteckt haben sollte. Laut Verteidigung war bei einer Boulevardzeitung anscheinend ein anonymer Anruf eingelaufen. Danach wurde laut Strauch die Zelle von D. in der JVA-Soers durchsucht, Kommentar des Anwalts angesichts der Aachener Fluchtereignisse: „Müller-Piepenkötter hat das sicher persönlich angeordnet.” Hinter der mutmaßlichen Tat verbirgt sich möglicherweise eine Geschichte aus dem Prostitutions- und Menschenhandelsmilieu in Aachen.

Freund aus dem Chatroom

Weil sie im Chatroom, also im Internet, eine Beziehung zu einem rumänischen Landsmann aufgebaut hatte, war eine 19-jährige Rumänin von zu Hause weggelaufen und nach Aachen gekommen. Hier aber erwartete sie Gewalt und Sex, sie sollte zur Prostitution gezwungen werden und wurde vergewaltigt, wie sie bei Vernehmungen bei der rumänischen Sonderkommission für organisierten Menschenhandel niederlegte.

Mit der Tat am 7. Juni 2009 in einem Aachener Hotelzimmer sollte willig für das Geschäft im Milieu gemacht werden, dem Mädchen gelang aber die Flucht. Zwei Ermittler der rumänischen Kripo waren eigens nach Aachen gekommen und machten vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Hans Günter Görgen ihre Aussagen.

Danach hatte es sogar nach Bekundungen der Beamten in Rumänien Versuche „von zwei Männern” gegenüber Verwandten des Mädchens gegeben, die Angelegenheit eventuell mit Geld Argumenten vom Tisch zu bekommen - niemand ging darauf ein.
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