Junge Flüchtlinge üben sicheres Radfahren

Von: Kristina Toussaint
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Fahrradtraining mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen: Auf dem Verkehrsübungsgelände an der Hohenstaufenallee überzeugten sich Alena Thommes, Sebastian Rzehak und Gabi Hourtz (von links) von der Verkehrstüchtigkeit der jungen Menschen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Fahrradfahren auch bei eisigem Herbst- oder Winterwetter – für einen echten Öcher gehört das dazu. Das haben jetzt nicht nur die neuen Studierenden gemerkt, sondern auch etwa 30 jugendliche Flüchtlinge, die an einem Fahrradtraining der Einrichtung Kaspar-Xchange und der Polizei teilgenommen haben.

Die Idee zu der Fahrradaktion entstand im letzten Winter bei einem Tag der offenen Tür der Notaufnahmeeinrichtung in Oberforstbach: Durch die riesige Spendenbereitschaft in der Nachbarschaft waren neben Kleidung und Möbeln auch zahlreiche Fahrräder zusammen gekommen. Sebastian Rzehak von der Einrichtung auf der Tannenallee und Gabi Hourtz, Verkehrssicherheitsberaterin der Polizei, waren sich jedoch einig: Um sich im Dschungel deutscher Verkehrsschilder und –regeln zurecht zu finden, sollten die Jugendlichen einige Übungsstunden erhalten.

Über die letzten Monate wurden die zehn Drahtesel in einer Fahrradreparatur-AG von Kaspar-Xchange auf Vordermann gebracht und dann an die Einrichtung in Oberforstbach übergeben. Kaspar-Xchange, Träger der freien Jugendhilfe, bietet neben anderen Projekten verschiedene Betreuungsangebote, deren aktuelle Hauptzielgruppe die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Aachen sind.

Etwa 30 von ihnen konnten in dieser zweiten Herbstferienwoche dann das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben. An drei Tagen radelten drei Gruppen über den Verkehrsübungsplatz und die umliegenden Radwege – eingeteilt nach Sprachkenntnissen. Zwei Gruppen hatten Unterstützung von einem Dolmetscher, die dritte spricht bereits so gut Deutsch, dass sie verstand, was Gabi Hourtz zur Sicherheit im Verkehr und zur korrekten Ausstattung eines Fahrrads zu erzählen hatte.

Jederzeit ein Fahrrad zur Verfügung zu haben, macht mobil: „So können die Jungs selbstständig zum Einkaufen fahren oder Freunde besuchen“, so Rzehak. Erst in Deutschland habe er angefangen, Fahrrad zu fahren, sagt ein 16-jähriger Teilnehmer aus Guinea. Dank des Trainings ist er jetzt fit für den Straßenverkehr.

Auf der Tannenallee wohnen derzeit acht junge Flüchtlinge, die ohne erwachsene Begleitung nach Deutschland gekommen sind. Sie bleiben dort für etwa vier Monate, bis geklärt ist, wie es für sie weitergeht. Auch zukünftigen Bewohnern soll das Fahrradprojekt helfen, sich im Öcher Alltag zurecht zu finden.

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