Aachen - Jungblut und Dunker wollen mit der Linken in den Landtag

Jungblut und Dunker wollen mit der Linken in den Landtag

Von: Robert Flader
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Setzen auf ihre Inhalte und nicht auf Koalitionsspekulationen: Marika Jungblut und Darius Dunker, die beiden Landtagskandidaten der Linken. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Was den 9. Mai angeht, machen sich Marika Jungblut und Darius Dunker trotz einer gehörigen Portion Vorfreude keine Illusionen. „Machen wir uns nichts vor”, sagt Dunker. „Von uns beiden wird keiner den Wahlkreis direkt gewinnen und in den Landtag einziehen.”

Das mache aber auch gar nichts, ergänzt Jungblut, „Hauptsache die Partei schafft den Sprung über die fünf Prozent.”

Vor drei Jahren gestartet

Dass dies gelingt, davon sind die beiden Aachener Kandidaten der Links-Partei überzeugt. „Insgeheim hoffen wir sogar auf ein Ergebnis um die acht Prozent”, sagt Jungblut. Die politische Karriere der 45-jährigen archäologischen Assistentin kam so richtig erst vor knapp drei Jahren ins Rollen. „Schon zu Zeiten der WASG sah ich eine Chance, mich aktiv für Gerechtigkeit und Bürgerbeteiligung einzusetzen”, erinnert sich die alleinerziehende Mutter.

Die politischen Anfänge von Darius Dunker reichen da schon ein ganzes Stück weiter zurück. Als landesweiter Juso-Hochschulsprecher trug er einst sogar das Parteibuch derjenigen Partei, welche die Linke heute (offiziell zumindest) irgendwie zum Teufel wünscht. Dunker begründet dies selbstverständlich: „Die SPD hat sich in den letzen zehn Jahren von ihren sozialdemokratischen Wurzeln verabschiedet.” Der Beschluss zur Einführung von Studiengebühren und die Asylrechtsänderung (2002) hätte zum großen Bruch geführt, sagt der heute 40-Jährige Layouter.

„Gegen die eigene Partei Politik zu machen, ist unerträglich.” Doch ganz ohne Politik hielt er es auch nicht aus, „die WASG bot eine Alternative”, sagt er zu seinem „Comeback” auf politischem Terrain. Heute arbeitet Dunker auch als politischer Assistent des Aachener Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko.

Nun wollen beide, Marika Jungblut und Darius Dunker, die Linke in den Landtag führen. Ob sie für eine rot-grüne Mehrheit den Steigbügelhalter oder im Falle einer Minderheitsregierung den Königsmacher spielen, darüber machen sie sich (noch) keine Gedanken: „Es geht nicht um irgendwelche Koalitionen”, erklärt Dunker, „sondern um Inhalte.”

Und bei denen würde sich die Linke gar nicht so weit von SPD und Grünen weg bewegen: „Die Abschaffung der Studiengebühren ist alternativlos”, sagt Marika Jungblut. „Ebenso eine Förderung der Energiepolitik und ein Klimaschutzgesetz.” Dunker ergänzt: „Wenn die anderen eine Koalition wollen, wird sie nicht an uns scheitern.”

Schulpolitik wichtig

Und natürlich spiele auch die Schulpolitik eine gewichtige Rolle. „Die Einheitsschule muss endlich kommen”, fordert Jungblut, fügt aber hinzu: „Da wollen wir keinen weiteren Krieg anzetteln.”

Der 9. Mai wird auch für die beiden Kandidaten eine echte Bewährungsprobe. „Sollten wir 17 Prozent erreichen, könnte es sogar für den Listenplatz reichen”, sagt Dunker und lacht. Auf der Landesliste ist er auf Position 34 geführt. „Aber das wird kaum passieren.”

Überhaupt gehe es zunächst darum, die immer noch junge Partei in den Landtag zu führen und langsam aufzubauen. „Wenn wir das erreichen, hätten wir wirklich schon viel gewonnen”, sagt Darius Dunker.
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