Jugendliche und Senioren im Ostviertel sollen Vorurteile abbauen

Von: Philipp Schröders
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Jung und Alt zusammenbringen: Hildegard van de Braak möchte Vorurteile zwischen Jugendlichen und Senioren abbauen. Foto: Jaspers

Aachen. Die Jugendlichen im Viertel halten sich am liebsten am Markt auf. Hier hängen sie rum und pflegen ihre sozialen Kontakte. Ältere Menschen meiden diesen Ort. Auf sie wirkt diese Zusammenrottung oft bedrohlich.

In fast jedem Stadtteil gibt es vergleichbare Plätze, auch im Ostviertel. Sozialarbeiterin Hildegard van de Braak möchte nun mit dem Projekt „Orte von Generationen” Vorurteile zwischen den jüngeren und älteren Menschen im Viertel abbauen.

„Während meiner Arbeit im Seniorenzentrum am Haarbach habe ich beobachtet, dass Schülerpraktikanten und Heimbewohner sich anfangs sehr skeptisch begegnen. Mit der Zeit entsteht dann aber oft ein liebevolles Verhältnis.”

Aus dieser Feststellung hat sie ein Projekt entwickelt, das vom Land gefördert wird. Ihre Idee: Jugendliche und Senioren entwerfen zusammen einen Stadtplan mit ihren „Lieblings- und Angstorten”.

Zudem hat sie den hohen Anteil von Migranten im Ostviertel in ihr Konzept einbezogen. „Die Kenntnisse der verschiedenen Nationen voneinander sind gering. Es gibt Straßen und Orte, die vorwiegend von einzelnen Gruppen genutzt, von anderen dagegen gemieden werden.”

Erfahrungen hat van de Braak bereits im Ostviertel gesammelt. Lange Jahre moderierte sie dort Bürgerversammlungen. „Oft ging es hier sehr kontrovers zu, aber ich habe es immer geschafft, eine Einigung herbeizuführen. Auch wenn ich dabei oft ins Schwitzen gekommen bin.”

Konkret sieht ihr Konzept vor, dass Deutsche und Migranten beider Generationen zunächst getrennt ihre Lieblings- und Angstorte festlegen. Danach sollen diese Plätze bei einem Rundgang den anderen Gruppen vorgestellt werden. Aus den gesammelten Erfahrungen erstellen die Teilnehmer dann gemeinsam den Plan des Viertels. Auf dem könnten zum Beispiel gemütliche Bänke im Park, aber auch die Warnung vor einem Drogenumschlagplatz vermerkt werden.

Im Oktober trifft sich zunächst eine Gruppe deutscher Senioren. Kontakte zur Moschee und zu den Schulen im Ostviertel hat van de Braak auch schon geknüpft. Bis zum Ende des Jahres soll der Plan ausgearbeitet sein.

Anschließend wird er im Viertel ausgelegt. Eventuell geplant: Eine spezielle Version für Politiker als Denkanstoß. Doch dies seien nur die Ideen von van de Braak: „Meine Ziele sind eigentlich immer nur mein Notanker. Bei den Bürgerversammlungen habe ich festgestellt, dass die Leute vor Ort meist die besseren Ideen haben.”

Vor allem sei es wichtig, die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. „Was dann dabei herauskommt, muss man mal schauen.”
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